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Für Heiko Herrlich ist Drittligist SpVgg Unterhaching seine vierte Trainerstation © imago

Bei SPORT1 spricht Hachings neuer Trainer Herrlich über seinen Draht zu jungen Spielern und über Festtage in der Dritten Liga.

Von Reinhard Franke

München - 1995 war das Jahr des Heiko Herrlich. Mit 20 Treffern wurde er im Trikot von Borussia Mönchengladbach Bundesliga-Torschützenkönig.

Von solchen Höhen ist der mittlerweile 39-Jährige derzeit weit entfernt.

Der ehemalige Bundesligacoach des VfL Bochum trainiert in der neuen Drittliga-Saison, die am Freitag beginnt (ab 17.45 im LIVE-TICKER) der SpVgg Unterhaching.

Einem Verein, der in diesem Sommer nur knapp der Insolvenz entging.

Der Ex-Bundesligist muss nun verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Im SPORT1-Interview spricht Herrlich über seine Aufgabe beim Münchner Vorort-Klub und erklärt, warum er optimistisch in die neue Saison geht.

SPORT1: Herr Herrlich, wie lautet Ihr erstes Fazit nach fast drei Wochen in Unterhaching?

Heiko Herrlich: Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie die Jungs mitgemacht haben. Aber natürlich wissen wir, dass die Vorbereitung nur dazu dient, ideal in die Saison zu starten. Wo wir genau stehen, werden wir Samstag nach dem Auftaktspiel in Münster sehen.

SPORT1: Das Team ist aufgrund der finanziellen Probleme erheblich verjüngt worden. Wie gehen Sie damit um?

Herrlich: Ich habe immer schon gerne mit jungen Spielern zusammengearbeitet, besonders wenn sie mitziehen, wenn sie Dinge annehmen und bereit sind, sich zu verbessern. Das ist bisher hier in Haching absolut der Fall.

SPORT1: Das Ziel in der neuen Saison dürfte mit den Jungen nur der Klassenerhalt sein...

Herrlich: Das ist unser vorangiges Ziel, ganz klar. Aber ich bin einfach mal gespannt, wie sich die jungen Spieler weiterentwickeln.

SPORT1: Ist die SpVgg dieses Jahr eine Wundertüte?

Herrlich: Wundertüte hört sich immer ein bisschen negativ an, klingt immer so nach Glück. Die Ergebnisse in der Vorbereitung sprechen eine ganz klare Sprache. Das 0:0 gegen Cottbus und das 1:1 gegen Galatasaray Istanbul waren keine Zufallsprodukte. Bisher setzen wir die Dinge, die wir uns im Training erarbeiren sehr gut um. Klar kenne ich die 3. Liga nicht und weiß nicht, wie stark die gegnerischen Mannschaften sind. Ich bin einfach sehr gespannt auf die nächsten Wochen.

SPORT1: Die Spieler loben Sie schon nach den ersten drei Wochen. Viele sagen, dass es unter Ihnen wieder Spaß macht, Fußball zu spielen. Macht Sie das stolz?

Herrlich: Solche Aussagen sind sicher schön, mir macht es natürlich auch Spaß. Aber wir sind keine Wohlfühlgemeinschaft, die sich gegenseitig die Bälle und das Lob zuspielt. Fußball wird nicht nach Spaß entschieden, sondern nach Ergebnissen. Dazu gehört harte Arbeit und dass man auch an die Grenzen geht und ich bin dafür da, um die jungen Spieler immer wieder aus ihrer Komfortzone rauszuholen.

SPORT1: Was auffällt ist, dass die Mannschaft sehr kompakt und diszipliniert spielt. Viele sprechen schon von Ihrer Handschrift.

Herrlich: Für mich ist immer wichtig, dass die Mannschaft eine klare Ordnung hat und gemeinsam gegen den Ball arbeitet. Ich sehe auch, dass man das schon in den ersten Tagen erkennen kann und die Spieler haben da auch eine klare Strategie. Wir sind dafür da die Tür aufzusperren, aber durchgehen müssen die Spieler alleine. Insgesamt ist die Richtung gut, die wir in Haching gehen.

SPORT1: Bis zum 1. September werden Sie immer wieder aus privaten Gründen nicht da sein können. Auch werden Sie in dieser Zeit den Pressekonferenzen fern bleiben. Das gab es noch nie im deutschen Profifußball. Bis jetzt scheint das aber ganz gut zu klappen...

Herrlich: (lacht) Ich habe immer gesagt, dass für mich ganz entscheidend war, dass ich die Aufgabe hier in Haching nicht alleine starte, sondern zusammen mit meinem Trainerteam. Nur als Team sind wir stark, es hat bisher funktioniert, auch in den Einheiten oder in den Pressekonferenzen, wo ich aus privaten Gründen nicht da sein konnte. Ich bin zuversichtlich, dass das auch in Zukunft so klappen wird.

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