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Jenas Spieler und Coach Weber (l.) müssen den mitgereisten Fans das Debakel erklären © imago

Trotz namhafter Neuzugänge wie Jan Simak krebst Carl Zeiss im Tabellenkeller. In der Mannschaft stimmt es nicht.

Unterhaching - Tino Berbig spuckte auf dem Platz Gift und Galle. Der Torhüter konnte sich nur schwer beruhigen.

Kein Wunder, denn seine Vorderleute ließen den Keeper von Carl Zeiss Jena komplett im Stich. "Wir haben als Mannschaft verloren, aber ich konnte eigentlich an keinem Gegentor was machen. Da hinten drin bist du dann die ärmste Sau", sagte Berbig.

Zuvor hatte der 30-Jährige den Ball sechsmal aus dem Netz geholt. Mit 0:6 (0:3) ging Jena am Samstag bei der SpVgg Unterhaching unter, und ist bei den Münchner Vorstädtern damit seit 19 Jahren ohne Sieg.

Die Thüringer haben nach sieben Spieltagen die schwächste Abwehr mit 16 Gegentore und vier Treffer bedeuen den zweitschwächsten Angriff der Liga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Weber: "Kein Charakter"

Schon früh in der Saison steht Trainer Heiko Weber trotz mehrerer Nachverpflichtungen vor einem Scherbenhaufen. "Der Gegner war in allen Belangen überlegen, wir haben keinen Charakter gezeigt. Wir werden darüber reden müssen", sagte Weber.

"Es ist für mich das erste Mal, dass ich auf diese Art und in dieser Höhe verliere."

Für den Verein aber nicht.

In den letzten drei Jahren setzte es gegen Stuttgart II und Eintracht Braunschweig jeweils ein 0:6. Gegen den 1. FC Saarbrücken gab es beim 0:7 im August 2010 die höchste Drittligapleite.

Simak und Voigt verpflichtet

Mit nur vier Punkten steht der dreimalige DDR-Meister auf einem Abstiegsplatz und muss um die Zukunft bangen. Und das, obwohl das Team mit erfahrenen Profis gespickt ist.

Neben den früheren Bundesligaspielern Jan Simak und Alexander Voigt wurde am Donnerstag in Björn Lindemann ein für Drittligaverhältnisse weiterer hochklassiger Akteur verpflichtet.

0:6 habe er zuletzt in der Jugend verloren, ließ der zerknirschte Lindemann wissen. Den Start seines Engagements bei Carl Zeiss hatte sich der Ex-Osnabrücker, der gleich in der Startelf stand, anders vorgestellt.

Drei Gegentore in acht Minuten

Die Begegnung war innerhalb von acht Minuten entschieden, als Jena zwischen der 23. und 30. Minute drei Gegentore kassierte.

Die Abwehr wirkte wie ein Hühnerhaufen, ließ jegliche Konsequenz vermissen und ergab sich spätestens in der zweiten Halbzeit, in der das Auswärtsspiel zum richtigen Debakel wurde.

Der Angriff hatte seinen Namen gar nicht erst verdient.

Coach ist ratlos

"In der Mannschaft scheint wohl etwas nicht zu stimmen", sagte Weber. Was genau, das könne der Coach, der den Verein zwischen 2004 und 2006 von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga führte, noch nicht sagen.

Allerdings sollte der 46-Jährige das möglichst schnell ergründen, sonst wird es ungemütlich.

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