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Pawel Dotschew führte den SC Paderborn 2005 in die Zweite Bundesliga © getty

Die Wintermeisterschaft lässt SCP-Trainer Pawel Dotschew kalt. Er erwartet einen harten Weg zurück in die Zweite Bundesliga.

Von Tobias Schröter

München - Der SC Paderborn ist auf dem Weg zurück nach oben.

Nach der ersten Saisonhälfte in der Dritten Liga sieht alles danach aus, als würde der Absteiger aus der Zweiten Liga den direkten Wiederaufstieg schaffen.

Nur in der Anfangsphase war der SCP nicht immer in der Spitzengruppe vertreten, seit dem sechsten Spieltag aber sind die Ostwesfalen ständig oben zu finden und eroberten am 15. Spieltag die Tabellenführung zurück, die sie seitdem nicht mehr hergaben.

Mit 42 Punkten hat der Spitzenreiter aus der Universitätsstadt bereits acht Zähler Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

All das ist für SCP-Trainer Pawel Dotschew jedoch nicht mehr nur eine schöne Momentaufnahme: "Dass wir jetzt Wintermeister sind, heißt noch gar nichts", sagt der 43-Jährige.

Im Interview mit Sport1.de spricht der Trainer außerdem über die Gründe für den Höhenflug, die neue paragon-arena und die Augen von Francisco Copado.

Sport1.de: Was sind die Gründe dafür, dass es momentan so gut läuft beim SC Paderborn?

Pawel Dotschew: Da spielen mehrere Sachen eine Rolle. Zum einen passen die Spieler, die wir bei uns in der Mannschaft haben, charakterlich gut zusammen. Darauf haben wir bei Verpflichtungen auch großen Wert gelegt, dass die nicht nur Fußball spielen können, sondern auch menschlich in Ordnung sind. Zudem ist es eine junge, ambitionierte und hungrige Mannschaft. Die Spieler sind heiß darauf, nach oben zu kommen und sind dadurch immer hochmotiviert. Das macht vieles einfacher.

Sport1.de: Hatten Sie nach dem Abstieg in der letzten Saison damit gerechnet, dass sie nach der ersten Saisonhälfte ganz vorne stehen würden?

Dotschew: Ich habe vorab gesagt, dass ich mit einem Platz unter den ersten Fünf zufrieden wäre - jetzt sind wir Erster. Wir wollten schon oben mit dabei sein, aber dass es so gut läuft ist besonders schön. Dass wir jetzt Wintermeister sind, heißt jedoch gar nichts. Eine tolle Sache, wir freuen uns darüber - aber das ist auf keinen Fall der Punkt, um sich zurückzulehnen und zu denken: 'Bei uns läuft alles'. Ich weiß genau, in der Rückrunde werden die Karten neu gemischt, viele Mannschaften werden sich verstärken.

Sport1.de: Also erwarten Sie noch andere Mannschaften im Titelkampf als die, die momentan in Schlagdistanz sind?

Dotschew: Das beste Beispiel ist Unterhaching, die jetzt Francisco Copado verpflichtet haben. Das zeigt mir, dass die etwas vorhaben. Unterhaching verpflichtet Copado nicht, weil er so schöne braune Augen hat. Die wollen etwas bezwecken und das kann nur eins sein: Aufstieg. Bis auf die Amateur-Mannschaften hatten und haben alle Mannschaften das Ziel, aufzusteigen. Nur weil wir jetzt einige Punkte Vorsprung auf Rang vier haben, ist nicht alles geritzt. Verliert man drei Spiele, ist der Abstand nicht mehr da. Wir können den Moment genießen, müssen aber fachlich und sachlich bleiben.

Sport1.de: Ist das Niveau in der neuen Dritten Liga höher als damals in der Regionalliga?

Dotschew: Es gibt viele gute Mannschaften, die auch zu Recht diese Ansprüche haben, ja. Kickers Offenbach, Unterhaching, Rot-Weiß Erfurt - all diese Mannschaften spielen schönen, offensiven Fußball. Auch Jena macht sich immer besser. Da oben zu bleiben, wird schon ein hartes Stück Arbeit.

Sport1.de: Welche Rolle spielt die neue paragon-Arena? Was ist es für ein Gefühl, dort zu spielen?

Dotschew: Das ist wirklich eine schöne Sache. Früher mussten wie meilenweit reisen, um auswärts in einem Stadion von diesem Format zu spielen. Nun fahre ich von zuhause los und bin in nicht einmal zehn Minuten auf diesem tollen Gelände. Sicherlich entwickelt sich dadurch auch die Fan-Kultur, ich sehe immer mehr Leute mit Fanartikeln, Trikots und dergleichen. Wir entwickeln uns von der Zuschauerzahl nach oben ? und das trägt zum Erfolg bei. Es ist eine Kette: Mannschaft, Stadion, Fans.

Sport1.de: Wie lang ist die Winterpause beim SC Paderborn? Welche Termine stehen als nächstes an?

Dotschew: Am 3. Januar sind wir bei einem Turnier in Halle am Start, offizieller Trainingsauftakt ist der 5. Januar. Dort werden wir aber nicht sofort Kondition bolzen, sondern vor allem organisatorische Sachen sowie Laktattests erledigen. Am 11. Januar geht es dann in die Türkei zum Trainingslager

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