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Die Emder "Arena" fasst momentan 7200 Zuschauer - zu wenig für den DFB © imago

Der sportliche Erfolg ist groß, aber das Stadion zu klein - Drittligist Kickers Emden steckt in einer misslichen Lage.

Emden - Der sportliche Erfolg ist groß, aber das Stadion ist zu klein - kurz vor dem Jahreswechsel steckt Drittligist Kickers Emden mächtig in der Klemme.

Die Überraschungsmannschaft aus Ostfriesland überwintert auf einem Relegationsplatz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle), dennoch droht der Zwangsabstieg in die Regionalliga. Und das nur, weil die heimische Spielstätte lediglich 7200 Besuchern Platz bietet.

Der DFB jedenfalls will von einer erneuten Ausnahmegenehmigung für das Team von der Nordsee nichts mehr wissen.

"Bis Ende März, von mir aus auch Anfang April, muss die neue Funktionstribüne stehen", fordert DFB-Sicherheitsexperte Gerhard Kißlinger unmissverständlich.

Für Drittligisten ist eine Zuschauerkapazität von mindestens 10.000 vorgeschrieben, eine Etage höher müssen mindestens 15.000 Fans Einlass finden können.

Hohe Kosten

Der Traditionsverein rechnet mit Kosten in Höhe von rund neun Millionen Euro und hat sich hilfesuchend an die Stadt Emden gewandt.

Doch die Kommune kann und will maximal ein Drittel der benötigten Summe zuschießen. Oberbürgermeister Alwin Brinkmann (SPD) ist über den DFB verärgert.

"Die starren Richtlinien sorgen dafür, dass sich ein Verein wie Kickers Emden verschulden muss."

Hilft das Land?

Erleichtern würde der Kommune die Bewilligung einer Bürgschaft der niedersächsischen Landesregierung in Hannover. Ob es aber dazu kommt, ist derzeit überhaupt nicht absehbar.

Verlässliche Daten zur Entscheidungshilfe soll deshalb eine Wirtschaftsprüfunggesellschaft liefern.

Kickers-Trainer Stefan Emmerling bleibt somit derzeit nur die Hoffnung, dass alle Beteiligten sich auf eine gemeinsame Lösung einigen können.

Noch ist Zuversicht da

"Wir haben felsenfestes Vertrauen in den Verein, ins Präsidium und die Stadt, dass sie die Auflagen des DFB in vollem Umgang erfüllen werden", sagt der 42-Jährige, früher Bundesliga-Profi beim 1. FC Kaiserslautern, Wattenscheid 09 und dem MSV Duisburg.

Doch die Zeit drängt, bis zum ersten Heimspiel im neuen Jahr am 7. Februar gegen Dynamo Dresden sollten die Würfel gefallen sein.

Die Gäste aus Sachsen kommen zwar als Abstiegskandidat an die Ems, in Sachen Stadionausbau jedoch hat der ehemalige Bundesligist die Nase deutlich vorn. Im traditionsreichen Rudolf-Harbig-Stadion wird schon seit längerem eifrigst gewerkelt.

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