vergrößernverkleinern
Am grünen Tisch hatte Patschinski weniger Erfolg, als auf dem grünen Rasen © getty

Mit Union Berlin steht Nico Patschinski auf einem Aufstiegsplatz. Am Spieltisch war er weniger erfolgreich, wie er offen zugibt.

Von Jürgen Blöhs

München - Mit Union Berlin steht Nico Patschinski in der Dritten Liga auf einem Aufstiegsplatz.

Am Spieltisch war der Angreifer weniger erfolgreich: Der Berliner verlor gut und gern einen Kleinwagen.

Im Gespräch mit Sport1.de bestätigt Patschinski, dass er sich selbst ein Casino-Verbot erteilt hat.

In die Öffentlichkeit sei er gegangen, um "klarzustellen, dass ich nicht spielsüchtig bin".

Und weiter: "Jeder zweite Fußballer? zockt, betont der 32-Jährige - egal ob um fünf Euro oder 5000."

Außerdem verrät Patschinski, dass er lieber als Eishockey-Profi sein Geld verdienen würde - und warum es ihn zum Fußball zog.ad

Sport1.de: Bestes Torverhältnis, die wenigsten Gegentore: Union Berlin steht auf einem Aufstiegsplatz. Werden wir Nico Patschinski im kommenden Jahr in der Zweiten Liga sehen?

Nico Patschinski: Das hat der Verein als Ziel vorgegeben, und man soll sich ja danach richten was die Chefs wollen.

Sport1.de: Sie sind jetzt 32. Wie lange wollen Sie noch spielen?

Patschinski (lacht): Bis 55. Aber bleiben wir realistisch: So drei, vier Jahre noch. Zweite Liga wär? natürlich schön. Aber das wird schwer. Vier, fünf andere Mannschaften wollen natürlich auch hoch.

Sport1.de: Union Berlin, Dynamo Dresden, Greuther Fürth, FC St. Pauli - zieht es Sie zu Traditionsvereinen?

Patschinski: Das ist irgendwie wie ein Magnet für mich. Da sind mehr Zuschauer. Das macht einfach mehr Spaß. Ahlen war in der Hinsicht ein Ausrutscher. Da war nichts los.

Sport1.de: Verfolgen Sie, was die Ex-Klubs so machen?

Patschinski: Natürlich. Fürth hat mit Benno Möhlmann einen erfahren Trainer, und so eng wie die Liga ist, kann es in diesem Jahr mit dem Aufstieg endlich klappen. Aber eher gönne ich es St. Pauli.

Sport1.de: Begonnen haben Sie mit Eishockey. Was hat Sie zum Fußball gebracht?

Patschinski: Es gab in der DDR nur zwei Vereine, und ich wollte das ganze Jahr über Sport treiben und nicht nur ein paar Monate. Aber ich würde gern Eishockey-Spieler sein. Leider war das mit der Wende damals nicht abzusehen. Ich bin immer noch ein großer Fan und oft bei den Eisbären.

Sport1.de: Kommen wir zu einem anderen Thema. Sie haben sich als Zocker geoutet. Was ist da dran?

Patschinski: Was heißt geoutet? Das macht doch jeder zweite Fußballer.

Sport1.de: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Patschinski: Das ist eine reine Ablenkung. Ob man nun 5000 oder fünf Euro verliert, geht keinen was an, so lange man seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Der eine kauft sich teure Klamotten oder Sportwagen. Der andere spielt Black Jack oder so. Das kostet ein bisschen mehr, als wenn ich Eisenbahn sammle. Aber ich kann auch 100.000 Euro in Aktien anlegen und 80.000 verlieren.

Sport1.de: Am Spieltisch waren Sie aber weniger erfolgreich als auf dem Platz. Stimmt es, dass Sie den Gegenwert eines Kleinwagens verloren haben?

Patschinski: Das kommt wohl hin.

Sport1.de: Und Sie haben sich selbst ein Casino-Verbot erteilt?

Patschinski: Das ist richtig. Auch meiner Frau zuliebe. Ich bin gern? ins Casino gegangen, aber nicht jeden Tag. Eher zwei, drei Mal im Monat ein bisschen Spaß haben, gucken, ob man Glück hat. Mir war wichtig, klarzustellen, dass ich nicht spielsüchtig bin.

Sport1.de: Welche Wünsche haben Sie für 2009?

Patschinski: Sportlich gesehen den Aufstieg. Ansonsten natürlich Gesundheit.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel