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Der in Gelsenkirchen geborene Kauczinski arbeitet seit 2001 für den Karlsruher SC © imago

KSC-Trainer Markus Kauczinski formuliert bei SPORT1 vor dem Drittliga-Start ein klares Ziel und appelliert an die Anhänger.

Von Hardy Heuer

München - Die Tränen nach dem bitteren und skandalumwitterten Abstieg sind längst getrocknet.

Jetzt schauen sie beim Karlsruher SC wieder nach vorn und wollen alles dafür tun, um dorthin zurückzukehren, wo sie hergekommen sind: In die Zweite Liga.

Diesen Anspruch formuliert auch Trainer Markus Kauczinski vor dem ersten Spiel des KSC beim 1. FC Heidenheim (Sa., ab 14 Uhr im LIVE-TICKER). Der 42-Jährige hat in der vergangenen Saison den entlassenen Jörn Andersen abgelöst und ist mit einem Vertrag bis Juni 2014 ausgestattet worden.

Namhafte Neuzugänge

Im SPORT1-Interview spricht der Coach über das große Ziel der Badener, namhafte Neuzugänge und mögliche Konkurrenten im Aufstiegskampf (DATENCENTER: Der Spielplan).

Er blickt aber auch noch einmal zurück auf die Ausschreitungen nach der verlorenen Relegation gegen Jahn Regensburg und appelliert an die Fans des Vereins.

SPORT1: Herr Kauczinski, wie fällt Ihr Fazit nach der Vorbereitung aus?

Markus Kauczinski: Die Vorbereitung ist insgesamt gut verlaufen. Wir haben eine Mannschaft mit vielen neuen Spielern zusammengestellt, von daher mussten wir uns erst mal zusammenfinden. Klar gibt es noch ein paar Dinge, die erst mal wachsen müssen, aber ich bin schon sehr zufrieden.

SPORT1: Konnte der KSC die Abgänge ersetzen?

Kauczinski: Ja, das haben wir ja auch gemacht. Natürlich kann man jetzt noch nicht abschätzen, wie es unter Wettkampfbedingungen ist, wie wir unter Belastung reagieren und wie wir Ausfälle kompensieren können.

SPORT1: Was versprechen Sie sich von den Neuzugängen? Karim Benyamina oder Rouwen Hennings sind große Namen für die Dritte Liga.

Kauczinski: Klar, das sind gestandene Spieler, die schon an anderer Stelle bewiesen haben, was sie können. Von ihnen erwarte ich aber wie von den anderen Spielern, dass sie ihr Bestes geben. Wir haben auch einige junge Spieler verpflichtet, die sehr viel Potential haben. Elia Soriano, Danny Blum oder Selcuk Alibaz haben sehr gute Anlagen und werden mit Sicherheit eine sehr gute Rolle spielen.

SPORT1: Wie ist der Stand bei Hakan Calhanoglu?

Kauczinski: Wir wissen, dass andere Vereine durchaus an ihm interessiert sind, aber es gab noch kein Angebot, das uns so zugesagt hat, dass man ihn gehen lassen muss. Solange er da ist, ist er ein Spieler von uns und ich behandele ihn, wie jeden anderen auch. Wenn er gute Leistungen bringt, dann spielt er, wenn er schlechte Leistungen bringt, dann spielt er auch nicht. Die Vorbereitung hat er voll durchgezogen und von daher bin ich zufrieden mit ihm.

SPORT1: Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in die Saison?

Kauczinski: Wir wollen aufsteigen, das gehen wir auch ganz offensiv an. Dementsprechend haben wir auch Spieler eingekauft, um uns zu verstärken. Mit diesen Leuten muss es auch möglich sein, eine gute Rolle zu spielen.

SPORT1: Bei einer Trainerumfrage wurde der KSC als Favorit für den Aufstieg genannt. Wie schätzen Sie das ein?

Kauczinski: Es ist natürlich einfach, man nimmt als erstes immer die Absteiger, weil diese Mannschaften ein Potential an Spielern haben, die schon höher gespielt haben. Wir haben natürlich eine Achse an Spielern, die schon in der Zweiten Liga gespielt haben, wie z.B. Sebastian Schiek. Da ist es immer leicht zu sagen, wir nehmen die Teams, die abgestiegen sind und zwei drei dazu.

SPORT1: Welche Mannschaften sehen Sie als schärfste Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg?

Kauczinski: Heidenheim ist eine gewachsene Mannschaft. Auch Erfurt schätze ich sehr stark ein. Aachen zähle ich dazu. Und dann wird es sicherlich auch noch Überraschungen geben.

SPORT1: Gleich am ersten Spieltag müssen Sie zu den gerade angesprochenen Heidenheimern. Was rechnen Sie sich dort aus?

Kauczinski: Wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Heidenheim hat eine gestandene Mannschaft, die schon einige Zeit so zusammen spielt. Das ist sicherlich ein Pluspunkt für sie. Aber auch wir werden viel entgegenzusetzen haben und die Heidenheimer werden sich überlegen müssen, wie sie gegen uns spielen und uns schlagen wollen.

SPORT1: Abschließend noch mal zu den unschönen Szenen im Anschluss an die verlorene Relegation gegen Regensburg vergangene Saison. Der KSC wurde daraufhin zu einem Geisterspiel verdonnert. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dieses Geisterspiel noch abwenden zu können?

Kauczinski: Das wird man aller Voraussicht nach nicht abwenden können. Man kann wohl nur noch Einfluss darauf nehmen, wann genau dieses Spiel ausgetragen wird. Aber grundsätzlich ist das Urteil gesprochen und ich habe wenig Hoffnung, dass sich etwas daran ändert. Vielleicht ist es auch ein Schuss vor den Bug und die Fans denken mal darüber nach, wie weit sie gehen dürfen und ob sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Als nächstes kommen womöglich noch Punktestrafen hinzu und deswegen ist das jetzt vielleicht ganz gut so.

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