Hansa-Fans sorgen für Eklat - HFC überrascht
München - Hansa Rostock kommt in der Dritten Liga nicht auf Touren.
Der Zweitliga-Absteiger musste sich am sechsten Spieltag im Auswärtsspiel bei SV Darmstadt 98 mit einem 1:1 (0:1) begnügen und hat bereits fünf Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge. (DATENCENTER: Der Spielplan)
Stürmer Nils Quaschner bewahrte Hansa mit seinem Ausgleichstreffer in der 67. Minute immerhin vor der dritten Saisonniederlage.
Zuvor hatte Kacper Tatara (22.) die "Lilien" in Führung gebracht.
Bengalos zur Unzeit
Für einen Eklat sorgten erneut unbelehrbare Hansa-Fans auf der Tribüne. Ausgerechnet als die Mannschaftskapitäne einen Text gegen Gewalt, Rassismus und Pyrotechnik-Missbrauch in Deutschlands Stadien vorlasen, zündeten Chaoten im Rostocker Fanblock Bengalos und Feuerwerkskörper ab.
Den Mecklenburgern droht vonseiten des DFB erneut eine Strafe. Schon in der Vergangenheit hatte der Klub immer wieder für das Fehlverhalten einiger Anhänger büßen müssen.
Sportlich positive Schlagzeilen schreibt dagegen weiterhin der Hallesche FC.
Der Aufsteiger setzte sich bei SV Babelsberg 09 dank des Siegtreffers von Marco Hartmann (62.) mit 1:0 (0:0) durch und liegt mit elf Punkten aus sechs Spielen deutlich über dem Plan.
Emmerling in Erfurt entlassen
In Erfurt gab es dagegen den ersten Trainer-Rauswurf der Saison. RW-Coach Stefan Emmerling wurde nur wenige Stunden nach der 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld von seinen Aufgaben entbunden.
"Ich habe ihm in meinem Büro unsere Entscheidung mitgeteilt. Er war enttäuscht, aber irgendwie schien er innerlich damit gerechnet zu haben", sagte Erfurts Klub-Präsident Rolf Rombach.
Abgeschlagener Tabellenletzter, nur ein Punkt aus sechs Spielen, dazu die katastrophale Tordifferenz von 2:14 Toren - am Ende hatte der frühere Bundesligaprofi keine Argumente mehr auf seiner Seite.
Spätestens nach der desaströsen zweiten Halbzeit gegen Bielefeld habe man keine andere Wahl gehabt, als die Notbremse zu ziehen, erklärte Rombach.
"Leider kann man keine ganze Mannschaft austauschen. Im Fußball ist der Trainer immer das schwächste Glied", sagte der Klubchef, der die Spieler in die Pflicht nahm: "Das Alibi mit dem angeschlagenen Trainer ist weg, jetzt ist die Mannschaft gefordert. Der Klassenerhalt ist ab sofort unser oberstes Ziel."
Preußer und Fuchs übernehmen
Trainiert wird das Team vorübergehend vom A-Jugend-Bundesligacoach Christian Preußer und Henri Fuchs, die auch beim Punktspiel am kommenden Dienstag bei Alemannia Aachen auf der Bank sitzen werden.
"Es ist aber nicht geplant, dass das eine Dauerlösung wird", verriet Rombach. In den nächsten Tagen wolle man ein Anforderungsprofil erstellen und innerhalb von zwei Wochen eine externe Lösung präsentieren.
Emmerling hatte das Traineramt bei den Rot-Weißen im März 2010 übernommen und den Traditionsklub in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils auf einen respektablen fünften Platz geführt.
Sein Vertrag bei den Thüringern läuft Ende Juni 2013 aus. "Er hat gute Arbeit geleistet, auch deswegen fiel uns die Entscheidung so schwer", sagte Rombach.
Perfektes Bielefelder Wochenende
Bei den Bielefeldern, für die Stephan Salger (26.) und Pascal Testroet (72.) trafen, feierte man dagegen ein perfektes Wochenende.
Der ehemalige Bundesligist übernahm nicht nur die Tabellenführung in der 3. Liga, in Bayer Leverkusen wurde ihm für die zweite DFB-Pokalrunde auch noch ein attraktiver Bundesligist zugelost.
In der Liga profitierte Bielefeld von den überraschenden Patzern der Konkurrenz. Die SpVgg Unterhaching verlor zu Hause gegen den VfB Stuttgart II 0:3 (0:0). Mit demselben Ergebnis musste sich der VfL Osnabrück den Stuttgarter Kickers geschlagen geben.
"Das war hoffentlich eine Watschen zur rechten Zeit", sagte Unterhachings Trainer Claus Schromm.