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Yasin Yilmaz gelang gegen Dortmund II der Hachinger Siegtreffer © getty

Die Spielvereinigung dreht gegen Dortmund die Partie und klettert auf Rang eins. Bielefeld erlebt beim Derby ein Debakel.

München - Demütigung, Katastrophe, kollektiver Tiefschlaf: Ausgerechnet der Erzrivale Preußen Münster hat Arminia Bielefeld im brisanten Westfalen-Derby von der Tabellenspitze der Dritten Liga geschossen.

Während die Münsteraner nach dem eindrucksvollen 4:0 (1:0) gegen den ehemaligen Bundesligisten auf dem zweiten Tabellenplatz vorrückten, herrschte bei der Arminia Entsetzen nach der schwachen Leistung.

Unterdessen machte sich die SpVgg Unterhaching durch ein packendes 4:3 (2:0) gegen Borussia Dortmund II zum Tabellenführer (DATENCENTER: Der Spielplan).

"Das ist ein historischer Tag. Wir können sehr stolz sein auf dieses Team", sagte Münsters Präsident Marco de Angelis, und Torschütze Matthew Taylor ergänzte: "Ohne Frage haben wir eine geile Truppe."

Ausschreitungen nach Abpfiff

Taylor (47.) und Dima Nazarov (46.) hatten kurz nach der Pause mit einem Doppelschlag auf 3:0 erhöht und damit für die Entschiedung gesorgt. Benny Siegert (15.) hatte zuvor die Führung erzielt, Stefan Kühne (57. Foulelfmeter) besorgte den Endstand.

"Die Mannschaft, die in den letzten Wochen so gut funktioniert hat, hat kollektiv versagt. Nach der Pause sind wir dann in einen Tiefschlaf gefallen. Ich würde mir wünschen, dass die Fans in erster Linie auf mich sauer sind. Denn offenbar hat meine Halbzeitansprache nicht gefruchtet", sagte Arminen-Trainer Stefan Krämer.

Nach dem Spiel aber entlud sich der Frust einiger Bielefelder Anhänger gegen die Polizei, als die Fans versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen.

Insgesamt elf Arminen-Anhänger mussten nach dem Einsatz von Pfefferspray vom Sanitätsdienst behandelt werden. Insgesamt wurden drei Personen in Gewahrsam genommen.

Dortmund dreht nach Pausenrückstand auf

Zwei Punkte vor den Ostwestfalen steht Unterhaching an der Tabellenspitze. Allerdings musste das Team von Trainer Claus Schromm gegen den Aufsteiger und Tabellenletzten Dortmund lange zittern.

Trotz einer 2:0-Führung stand es eine Viertelstunde vor Schluss plötzlich 2:3. Nach Unterhachings Ausgleich gelang Yasin Yilmaz erst in der 90. Minute das Siegtor für die Bayern.

Hansa gewinnt Ostduell

Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock scheint sich langsam wieder zu fangen und feierte mit einem 2:0 (2:0) im Ost-Duell gegen den Halleschen FC den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Neu-Trainer Marc Fascher.

Beim emotionalen Ost-Duell verhinderte ein Großaufgebot an Sicherheitskräften ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Fangruppen. Mehr als 1000 Polizeibeamte sorgten dafür, dass Rostocks zweiter Sieg in Folge nicht von größeren Ausschreitungen überschattet wurde.

"Die beiden Siege sind natürlich Balsam für die Seele", sagte Fascher nach dem Spiel: "Aber in erster Linie freue ich mich für die Jungs. Ich bin da zweitrangig." Mit 15 Zählern liegt Hansa als Sechster fünf Zähler hinter Bielefeld, das den Relegationsrang belegt.

Babelsberg ringt Aachen nieder

Dagegen scheinen beim Tabellen-17. Alemannia Aachen allmählich die Nerven blank zu liegen. Beim 0:1 der Grenzländer beim SV Babelsberg sah Marcel Heller wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte.

Der ehemalige Bundesligaprofi Albert Streit gar bekam wegen Schiedsrichterbeleidigung noch nach dem Abpfiff Gelb-Rot.