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Innenverteidiger Timo Beermann (r.) erzielte in dieser Saison bisher vier Tore © getty

Osnabrück baut seine Serie gegen Saarbrücken aus. Der KSC gewinnt in Halle. Bielefeld dreht das Spiel beim BVB, Münster strauchelt.

Köln - Die Fans des VfL Osnabrück feierten ihre "Standard-Meister" mit Wunderkerzen, der Karlsruher SC erfreut sich an Fußball im "holländischen" Stil, und Arminia Bielefeld träumt dank großer Moral:

Drei Traditionsvereine waren am Rumpf-Wochenende der 3. Liga mit fünf Spielabsagen die großen Gewinner und streben der zweiten Liga entgegen.

Die Siebenmeilenstiefel hat dabei der KSC (40 Punkte) an.

Das 2:0 (1:0) der Karlsruher beim Halleschen FC war schon der achte Sieg in Folge bei 22:4 Toren. (DATENCENTER: Dritte Liga)

KSC spielt wie in Holland

Mann der Stunde ist dabei der Niederländer Koen van der Biezen, der zuletzt viermal in drei Spielen traf und sich in Baden aus gutem Grund wohlfühlt.

"Wir spielen hier richtig Fußball, wie in den Niederlanden", sagte der 27-Jährige:

Münster gleicht nach 0:2 aus

"Vergangenes Jahr habe ich in Polen gespielt, das war gar nichts für mich. Jetzt habe ich wieder Spaß am Fußball."

Dadurch zog der KSC an Preußen Münster vorbei (beide 40 Punkte), das am Sonntag nach einem 0:2-Pausenrückstand immerhin ein 2:2 beim Chemitzer FC rettete.

Becken schimpft über Gagelmann

Allerdings hatte der KSC in Halle auch das Glück auf seiner Seite - und Schiedsrichter Peter Gagelmann, der vor dem 0:1 durch den künftigen Hamburger Hakan Calhanoglu (12.) einen rätselhaften Freistoß pfiff und vor van der Biezens Treffer (55.) ein Foulspiel übersah.

"Ein Mensch kann hier nicht erhobenen Hauptes gehen", schimpfte Halles Pierre Becken:

"Unglaublich, der Mann pfeift Bundesliga!"

Osnabrück siegt verdient

Auch Osnabrück (44) tat sich schwer, verdiente sich den Sieg aber ohne Zweifel.

Drei Standardsituationen führten beim 3:0 (0:0) gegen den 1. FC Saarbrücken kurz nach der Pause zu den drei Toren von Timo Beermann (49./51.) und Sebastian Neumann (54.).

Und während Saarbrückens Coach Jürgen Luginger "sechs Minuten Tiefschlaf" monierte, war Trainer "Pele" Wollitz beim Blick durch die mit Wunderkerzen erleuchterten Ränge stolz auf seine Spieler:

"Die Mannschaft hat in diesem Jahr Fantastisches geleistet", sagte Wollitz, dessen Team wie der KSC nun seit zwölf Spielen ungeschlagen ist.

Wollitz verärgert

Die Arbeitsbedingungen in Osnabrück ärgern Wollitz aber weiterhin.

Den Standard-Dreierpack führte er darauf zurück, dass sein Team aufgrund des Wintereinbruchs endlich mal im Stadion trainieren durfte.

Und das wiederum beweise, dass der Trainingsplatz mit seinen kleineren Maßen ein Nachteil sei.

"Das zeigt, dass die Strukturen in Osnabrück nicht professionell genug sind. Das habe ich schon des Öfteren vorgetragen, aber auf mich hört ja keiner", schimpfte Wollitz.

Emotionen in Bielefeld

Auch in Bielefeld schlugen die Emotionen nach dem Westfalen-Derby hoch. David Wagner, Trainer von Borussia Dortmund II, schimpfte nach dem 2:4 (2:1) nach verspielter 2:0-Führung: "Das Ergebnis war ein Witz, denn wir hätten zur Pause 5:0 führen müssen."

Auch die Rote Karte gegen Nachwuchs-Profi Leonardo Bittencourt beim Stande von 2:1 brachte Wagner auf die Palme: "Die Hand war zwar am Hals, aber man muss sich dann nicht so theatralisch fallen lassen. Ich hoffe, dass meine Jungs sich das nicht abgucken."

Dies wiederum ärgerte Kollege Stefan Krämer. "Man sollte die Kirche im Dorf lassen", meinte der und verteidigte "Würge-Opfer" Tom Schütz als "Charakterspieler".

Nach dem Sieg hat die Arminia nun 39 Punkte auf dem Konto wie die SpVgg Unterhaching nach dem 1:0 (0:0) bei Hansa Rostock. Für die Mecklenburger (30) könnte die Niederlage das Ende der Aufstiegsträume bedeuten.