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Die Jenaer Fans verbrannten mehrere Erfurt-Schals in ihrem Block © imago

Beim Spiel gegen Jena skandieren Erfurter Anhänger antisemitische Sprechchöre. Die Gäste-Fans verbrennen RWE-Schals.

München - Antisemitische Hassparolen haben in der Dritten Liga für den ersten Skandal gesorgt.

Im brisanten Thüringer Derby zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena (2:1) skandierten hunderte Anhänger der Gastgeber "Juden Jena" und stimmten weitere antisemitische Sprechchöre an.

Erst nach einer Aufforderung durch den Erfurter Stadionsprecher, die Rufe zu unterlassen, blieben die Gesänge in der Schlussphase aus. Die Gäste-Anhänger sorgten ihrerseits für Aufsehen, als sie mehrere Schals der Hausherren in ihrem Block verbrannten.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird in den kommenden Tagen Stellungnahmen der Klubs anfordern und Ermittlungen einleiten.

Jena kündigt Klage an

"Diese Rufe sind unmöglich. Wir werden uns davon öffentlich distanzieren. Leider ist es schwierig, die Verantwortlichen ausfindig zu machen", sagte der Erfurter Präsident Rolf Rombach nach den Vorfällen, die den ersten Saisonsieg der Gastgeber weit in den Hintergrund drängten.

Auch Jenas Geschäftsführer Andreas Wiese war entsetzt: "Es ist leider nicht vermeidbar, dass es in jedem Stadion immer ein paar Bekloppte gibt. Aber die Intensität von 400 bis 500 Personen hat mich bestürzt.

"'Juden-Jena' ist kein Schmähruf mehr, sondern ein anderes Kaliber", sagte Wiese, der eine Klage wegen Beleidigung und Volksverhetzung einreichen will.

Geldstrafen drohen beiden Klubs, Erfurt muss sogar einen Punktabzug befürchten. Schließlich bekam der Oberligist Hallescher FC nach ähnlichen Rufen beim Spiel am 29. März gegen Carl Zeiss Jena II drei Punkte abgezogen.

Emden zurück an der Spitze

Kickers Emden rutschte durch das 1:0 von Bayern München II gegen Dynamo Dresden am Samstag für eine Nacht auf Platz drei ab, übernahm aber am Sonntag mit einem 1:0 gegen Eintracht Braunschweig wieder die Tabellenspitze.

Nils Pfingsten (36.) erzielte das Tor des Tages, Emden hat als einzige Mannschaft neun Punkte auf dem Konto.

Düsseldorf fertigt Burghausen ab

Den Kickers auf den Fersen bleiben die SpVgg Unterhaching und Fortuna Düsseldorf.

Haching bezwang das weiter punkt- und torlose Schlusslicht Stuttgarter Kickers 2:0 (2:0), die Fortuna untermauerte durch das 4:0 bei Wacker Burghausen seine Ambitionen und feierte den höchsten Auswärtssieg seit knapp drei Jahren.

"Es war sicherlich ein wichtiger Sieg und ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind", erklärte Fortuna-Coach Norbert Meier, für dessen Team Axel Lawaree (6. und 9.), Kenan Sahin (55.) und Olivier Caillas (74.) trafan.

Mesic rettet Offenbach

Zweitliga-Absteiger Kickers Offenbach (5 Punkte) kam über ein 1:1 gegen Union Berlin nicht hinaus.

Die weiter ungeschlagenen Hessen kamen gegen zehn Berliner - Unions Karim Benyamina hatte (65.) wegen Nachtretens die Rote Karte gesehen - erst durch Mirnes Mesic in der 81. Minute zum Ausgleich.

Top-Favorit strauchelt

Eine bittere Niederlage kassierte Aufstiegskandidat Paderborn.

Die Ostwestfalen unterlagen mit 0:4 beim SV Sandhausen, der seine ersten Punkte einfuhr.

"Sandhausen hat auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Wir sind einfach mit dem Druck des Gegners nicht zurechtgekommen", analysierte Paderborns Trainer Pawel Dotschew.

Erster Sieg für Regensburg und Stuttgart

Jahn Regensburg (5 Zähler) holte durch ein 1:0 gegen Werder Bremen II den ersten Dreier, den auch VfB Stuttgart II mit dem 2:0 gegen den Wuppertaler SV verbuchte.

Das Spiel zwischen Erzgebirge Aue und dem VfR Aalen endete torlos.

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