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Duell in der Luft: Unions Christian Stuff kommt gegen Suat Tuerker eher an den Ball © getty

Die Berliner bauen ihre Tabellenführung mit einem Sieg über Offenbach aus. Erfurt hadert indes mit den eigenen Fans.

München - Jubel bei Tabellenführer Union Berlin, Frust dagegen bei Verfolger Paderborn und Rot-Weiß Erfurt: Während der SC Paderborn bei der 1:2-Heimpleite gegen den SV Sandhausen patzte, brachten die Fans von RWE durch Krawalle die eigene Elf im 120. Thüringen-Derby bei Carl Zeiss Zena (1:1) um den Sieg.

Die Schwächen der Konkurrenz nutzte Spitzenreiter Union Berlin eiskalt aus (Ergebnisse und Tabelle).

Beim 1:0 (1:0)-Heimerfolg gegen Kickers Offenbach blieben die "Eisernen" zum achten Mal in Folge ohne Niederlage.

Torjäger Karim Benyamina erzielte in der 23. Minute mit seinem 12. Saisontor das 1:0 und übernahm gleichzeitig die alleinige Führung in der Torschützenliste.

Während Union mittlerweile seit acht Spielen ohne Niederlage ist, kassierten die Gäste nach zwei Siegen in Folge wieder eine Niederlage und bleiben mit 32 Punkten auf Platz sechs.ad

Vor 7021 Zuschauern agierten die Gastgeber von Beginn an überlegen und gingen durch ein Abstaubertor von Benyamina (23.) verdient in Führung. Die beste Chance zum Ausgleich für Offenbach hatte kurz vor der Pause Tufan Tosunoglu (44.).

Baumann genervt

"Ich möchte mich heute herzlich bei unseren Fans bedanken, die das Unentschieden erst möglich gemacht haben", sagte Erfurts Trainer Karsten Baumann nach dem 1:1 in Jena voller Ironie.

"Wir hatten Jena sicher im Griff und hätten den Sieg locker nach Hause gebracht", äußerte auch Erfurts Kapitän Alexander Schnetzler.

Bis zur 87. Minute hatten die Rot-Weißen durch den Treffer von Massimo Cannizzaro 1:0 geführt. Drei Minuten vor Spielende zündeten Krawallmacher im Block der Gäste Rauchbomben und Feuerwerkskörper, so das Schiedsrichter Tobias Walz die Partie für fünf Minuten unterbrach. Kurz nach Fortsetzung der Begegnung schoss Jena den Ausgleich durch Mayombo.

DFB ermittelt

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte an, Ermittlungen aufzunehmen (DFB ermittelt nach Krawallen in Jena).

"1350 Fans wollten uns in Jena unterstützen. 1330 von ihnen wurden von 20 Volldeppen betrogen", sagte Schnetzler. Der Verein will Montag mit Vertretern des Fan-Projekts und des Sicherheitsdienstes das Videomaterial studieren.

Jena stellte sich unterdessen am Sonntag vor seine Anhänger.

Sport-Geschäftsführer Carsten Linke wurde in einer Presseerklärung des Vereins zitiert: "Wie sich die Jenaer Fans zum Derby verhalten haben, war absolut vorbildlich." Außerdem wurde Katrin Sander, Leiterin der Polizeiinspektion Jena, zitiert: "Die Jenaer Fans haben sich absolut fair verhalten. Es gab keinerlei Vorkommnisse mit Jena-Fans - weder im noch außerhalb des Stadions. Mir ist vom Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf Jenaer Seite nichts bekannt. Aus Jenaer Zuschauerbereichen wurde nach unserer Beobachtung definitiv nichts geworfen."

Paderborn verpatzt Chance

Ähnlich lange Gesichter gab es auch beim SC Paderborn, der die kurzzeitige Rückkehr an die Spitze gegen den SV Sandhausen versäumte. "Wir brauchen einfach zu viele Torchancen", erklärte Trainer Pawel Dotschew. Nur der eingewechselte Sercan Güvenisik (61.) traf für die Hausherren.

Die Gäste aus Sandhausen freuten sich diebisch über den Sieg. "Mich interessiert nicht, ob der Sieg verdient ist oder nicht. Hauptsache ist, dass wir drei Punkte mehr auf dem Konto haben", sagte SVS-Trainer Gerd Dais.

Patrick Kirsch (57.) und Leandro (81.) sorgten für den Sieg.

Düsseldorf schlägt Wacker

Als ein weiterer Gewinner des Spieltages durfte sich auch Fortuna Düsseldorf nach dem 3:1 gegen Wacker Burghausen fühlen.

"Ich freue mich nicht nur über den wichtigen Sieg, sondern vor allem über die Tatsache, dass die Mannschaft nach dem 1:1 weitergekämpft hat", sagte Fortunas Trainer Norbert Meier.

Nachdem Burghausen durch Marco Calamita (58.) die Führung von Robert Palikuca (25.) ausgeglichen hatte, stellten Stephan Sieger (64.) und Olivier Caillas (77.) den fünften Sieg der Düsseldorfer in den vergangenen sechs Heimspielen sicher.

Kickers Emden verlor im Kampf um die Aufstiegsplätze wichtigen Boden. Die Norddeutschen unterlagen Eintracht Braunschweig mit 1:2. Kickers war durch Enrico Neitzel (13.) in Führung gegangen. Marcel Schied (53.) und Mirko Boland (59.) drehten die Partie zu Gunsten des deutschen Meisters von 1967.

Dynamo Dresden setzte seine Aufholjagd mit einem 3:2 gegen Bayern München II fort. Die Spiele der Stuttgarter Kickers gegen die SpVgg Unterhaching, VfR Aalen gegen Erzgebirge Aue, Werder Bremen II gegen Jahn Regensburg und Wuppertaler SV gegen den VfB

Stuttgart II wurden wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt.

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