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Reinhard Rauball (r.) ist seit August 2008 Präsident der DFL © getty

Im Streit um Ausgleichszahlungen für Amateur-Klubs ist der Liga-Präsident anderer Meinung als der DFB-Chef. Es geht nicht nur ums Geld.

Frankfurt/Main - Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball geht im Streit um mögliche Ausgleichszahlungen für Amateur-Klubs auf Distanz zu DFB-Boss Theo Zwanziger und kritisiert die Absage des Kreisligaspieltages am 1. März.

"Damit bin ich nicht einverstanden. Ich respektiere die Verantwortung derer, die das zu entscheiden haben, aber ich persönliche habe das nicht verstanden."

Das sagte Rauball dem "kicker", nachdem in den Kreisen Gelsenkirchen, Unna, Gladbeck und Kirchhellen der erste Rückrundenspieltag am 1. März aus Protest gegen das Bundesliga-Sonntagsspiel um 15.30 Uhr verlegt wird.

Uneinigkeit mit Zwanziger

Deutliche Worte wählte Rauball auch in Richtung Zwanziger, der zuletzt Ausgleichszahlungen für die vom Rückgang der Zuschauer und finanziellen Verlusten bedrohten Amateurklubs in Aussicht gestellt hatte.

In einem Telefonat mit dem DFB-Präsident stellte Rauball noch einmal klar, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) "an solchen Ausgleichszahlungen nicht zu beteiligen" ist.

Zweifel auch von Niersbach

Zudem berichtete Rauball, dass auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach Zweifel an der Umsetzung von Ausgleichszahlungen geäußert habe.

Laut Rauball könne sich Niersbach "nicht vorstellen, wie das gehen soll".

Unter der Voraussetzung, "dass es zu keinem Boykott" der Amateurklubs kommt, will Rauball die Bundesligisten unterdessen dazu auffordern, Benefizspiele zugunsten der darbenden Kreisligisten zu veranstalten.

Streik der Amateure

Die unterklassigen Teams aus den Kreisen Gelsenkirchen, Unna, Gladbeck und Kirchhellen hatten wegen der von der DFL ab der kommenden Saison angeordneten "Salami-Spieltage" am Sonntag für den 1. März zunächst zu einen Streik aufgerufen.

DFB-Vize-Präsident Hermann Korfmacher, Chef des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), hatte die Vorsitzenden der Kreise dagegen angewiesen, den ersten Spieltag der Rückrunde komplett zu verlegen.

Am 25. Februar nach dem Frauen-Länderspiel Deutschland-China in Bielefeld kommt es nun zu einem Treffen. Dabei sind wird DFB-Boss Zwanziger und Korfmacher sowie der FLVW-Vize-Präsidenten Siegfried Hirche und -Direktor Carsten Jaksch-Nink mit den jeweiligen Kreisvorsitzenden und ihren Stellvertretern sowie fünf Vereinsvertretern.

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