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Union Berlin verlor 2001 im Pokalfinale gegen Schalke mit 0:2 © imago

Die beste Abwehr im deutschen Fußball lässt Union vom Aufstieg und vom Stadtderby gegen den Bundesligaspitzenreiter träumen.

Berlin - Die Bauarbeiten am Stadion hinken dem Zeitplan hinterher, die Arbeiten an der sportlichen Zukunft sind dagegen voll im Soll.

Mit "eisernem" Willen hält Union Berlin Kurs auf die Zweite Liga - und das, obwohl die Köpenicker seit letztem Sommer ihre Heimspiele im "Feindesland" austragen.

Wegen der Renovierung der Alten Försterei gastieren die "Eisernen" regelmäßig im Jahnsportpark, der früheren Heimstätte des Erzrivalen BFC Dynamo.

Vor eigenem Publikum gab es noch keine Saisonniederlage. Das Team von Trainer Uwe Neuhaus führt mit 49 Punkten und einem klaren Vorsprung die Tabelle der 3. Liga an.

Derby als nächster Schritt

Der nächste Schritt in Richtung Aufstieg soll am Sonntag mit einem Sieg im brisanten 52. Ost-Derby gegen Dynamo Dresden folgen. Nach fünf Jahren Abstinenz träumen die Köpenicker von der Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse.

"Die Mannschaft kann nichts besseres tun, als den Fans den Aufstieg zu schenken", sagt Union-Präsident Dirk Zingler. Es wäre die Belohnung für einen beispielhaften Einsatz.

An der "neuen" Alten Försterei haben bereits 1500 Anhänger unentgeltlich mitgearbeitet. Das ersparte dem Verein 1,5 Millionen Euro. Davon wurde unter anderem eine Videoleinwand aus dem österreichischen EM-Stadion in Klagenfurt gekauft.

Umzug im April

Bereits Ende April soll der Umzug in die "neue" Alte Försterei erfolgen, die Entscheidung im Aufstiegsrennen fällt kurze Zeit später.

"Wir haben bereits ein Punktepolster. Dafür haben wir hart gearbeitet. Am besten wir legen gegen Dresden gleich nach", meint Präsident Zingler, dessen Verein seit November vergangenen Jahres ungeschlagen ist. Zuletzt gab es drei Siege in Folge.

Dass der Höhenflug von Union in den Berliner Medien durch die Bundesliga-Tabellenführung von Hertha BSC Berlin überstrahlt wird, stört Zingler nicht.

Der Klubboss träumt stattdessen sogar von einem Berliner Derby. "Das würde der Stadt sicherlich gut tun. Der erste Schritt ist aber unserer Aufstieg in die 2. Liga."

Defensive als "Hammerabwehr"

Erfolgsgarant des Pokalfinalisten von 2001 ist die Defensive. Die von den heimischen Zeitungen bereits "Hammerabwehr" getaufte Verteidigung ließ in 23 Spielen nur 15 Gegentore zu - der aktuell beste Wert im deutschen Profifußball.

Torwart Jan Glinker ist zudem seit 527 Minuten (seit dem 6. Dezember 2008) ohne Gegentor.

Lob und Unruhe

Unruhe brachte in dieser Woche zwar die fristlose Kündigung von Stürmer Nico Patschinski, doch Union-Trainer Uwe Neuhaus unterstreicht die mentale Stärke seines Teams: "Bisher zeigen wir kaum eine Schwäche."

Die Erfolgsgeschichte wird sogar vom Stadtkonkurrenten Hertha gelobt.

"Die Köpenicker machen einen tollen Job und haben einen wirklich guten Trainer", sagt Manager Dieter Hoeneß, der wie Union-Präsident Zingler von einem Lokalderby in der Bundesliga träumt.

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