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Ralf Minge erhält einen neuen Vertrag bei Dynamo
Ralf Minge wurde es zu viel in Dresden. Er trat nach zwei Jahren zurück. © Imago

Bei beiden Klubs fehlen die Sportchefs für eine vernünftige Personalplanung. Zudem schlägt Dynamos Kapitän Alarm.

München - In den einstigen ostdeutschen Fußball-Hochburgen Dresden und Jena geht die Angst vor dem Absturz in die vierte Liga um.

Nach dem Rücktritt von Sportdirektor Ralf Minge bei Dynamo und der Entmachtung von Carsten Linke auf demselben Posten beim FC Carl Zeiss liegen zudem die Zukunftsplanungen der beiden ambitionierten Drittligisten sträflich auf Eis.

In der sächsischen Landeshauptstadt soll sich Trainer Ruud Kaiser wohl bald nebenbei um die früheren Aufgaben von Minge kümmern, hat aber eigentlich mit dem Kampf um den Klassenerhalt alle Hände voll zu tun.

"Wir haben nur noch Endspiele, haben bisher gar nichts erreicht", sagte der Holländer.

Neun Verträge laufen aus

Das jüngste 3:4 beim noch stärker bedrohten VfR Aalen war für den Ex-Bundesligisten und achtmaligen DDR-Meister ein weiterer herber Dämpfer.

Dynamo-Kapitän Maik Wagefeld ist wegen des Vakuums in der Führungsetage und den ständigen Auseinandersetzungen sauer. "Wenn der Verein in der kommenden Saison im neuen Stadion vierte oder gar fünfte Liga sehen will, dann müssen sie so weitermachen", schimpfte er.

Die Verträge mit neun Akteuren laufen zum Saisonende aus, darunter auch die von Leistungsträgern wie Sascha Pfeffer, Thomas Hübener oder eben Wagefeld.

Stadionvertrag macht weiter Sorgen

Ein ganz heißes Eisen ist zudem der Stadionvertrag mit der Kommune - den wollte Mit-Geschäftsführer Minge nicht unterschreiben und dankte ab.

Laut Minge ist der Verein zu den geplanten Konditionen künftig nicht mehr konkurrenzfähig.

Zumal auch noch Verpflichtungen gegenüber der Kommune, Rechtehändler Michael Kölmel und dem Bauträger bestehen. Immerhin steht Vermarkter "Sportfive" in den Startlöchern.

Sieben Trainer in zwei Jahren

Auch in Jena ist der einst als Retter von finanzschwachen Traditionsvereinen gefeierte Kölmel noch ein Thema.

Wegen der Rechtsstreitigkeiten mit dem einstigen Kinowelt-Chef hat der Verein für den Fall der Fälle Rücklagen von drei Millionen Euro gebildet.

Auch ansonsten stimmt die Kasse, die Fehler wurden und werden beim dreimaligen DDR-Meister hauptsächlich in der Personalpolitik gemacht.

Mit sieben Trainern in zwei Jahren (seit der Wende waren es insgesamt 25 Trainer) war kein kontinuierlicher Aufbau möglich, die Anzahl der Fehleinkäufe einfach zu groß.

"Es war ein dreckiger Sieg, der schmeckt"

Für Carl Zeiss endete mit dem 2:0 gegen Eintracht Braunschweig am Dienstag immerhin eine Serie von zehn Spielen ohne Sieg, das Team verließ sogar die Abstiegsplätze.

"Es war ein dreckiger Sieg, der schmeckt", sagte der neue Trainer Marc Fascher, der bei seinem zweiten Einsatz auf der Bank den ersten Sieg holte, und ergänzte: "Mit Schönspielerei kommen wir nicht aus dem Keller, das geht nur über den Kampf."

Erfurt mit bösem Patzer

Derweil darf Kickers Offenbach nach dem 1:0 bei Schlusslicht Stuttgarter Kickers weiter vom Aufstieg träumen.

Die Hessen liegen vor dem Heimspiel gegen den Tabellendritten Fortuna Düsseldorf lediglich fünf Punkte hinter den Rheinländern.

Rot-Weiß Erfurt unterlag am 30. Spieltag 0:1 bei Jahn Regensburg und verspielte damit wohl seine letzte Chance, noch einmal in den Kampf um den Aufstieg einzugreifen.

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