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Jürgen Kohler wurde als Spieler 1990 Welt- und 1996 Europameister © getty

Jürgen Kohler beerbt beim VfR Aalen den entlassenen Trainer Edgar Schmitt. Der Weltmeister von 1990 gibt große Ziele aus.

Aalen - Jürgen Kohler ist neuer Trainer des VfR Aalen.

Der Weltmeister von 1990 beerbt Edgar Schmitt, der nach dem enttäuschenden Saisonstart in der neuen 3. Liga gemeinsam mit Co-Trainer Rainer Kraft entlassen worden ist.

Kohler unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag in Aalen. "Hier soll es irgendwann Bundesliga-Fußball geben. Ich werde alles daran setzen, dass wir das schaffen", formulierte der 42-Jährige bei seiner Vorstellung seine Ziele.

Nach der U-21-Nationalmannschaft und dem MSV Duisburg ist Aalen Kohlers dritte Trainerstation, nachdem er außerdem als Sportdirektor bei Bayer Leverkusen tätig gewesen war. In Aalen ist er nun Coach und Sportdirektor in Personalunion.

"Gleich ins Auto gesetzt"

"Als der Anruf vom VfR kam, habe ich nicht lange überlegt, sondern mich gleich ins Auto gesetzt."

Ziel sei zunächst, den Klub aus dem Tabellenkeller zu führen und möglichst in den Kampf um den Aufstieg einzugreifen: "Wir wollen natürlich bis zum Schluss ganz oben mit dabei sein."

Präsident Berndt-Ulrich Scholz gab dem Neuen gleich die Richtung vor: "Wir halten an unserem Ziel 2. Bundesliga fest."

Vier Grundprinzipien

Um dies möglichst schnell zu erreichen, setzt Kohler auf vier wichtige Punkte: "Erstens Disziplin, zweitens Ordnung, drittens Fitness und viertens Respekt." Er selbst will mit der gesamten Familie nach Aalen umziehen.

Die 66.000-Einwohner-Stadt in Baden-Württemberg empfing den Weltmeister mit großem Bahnhof, eigens für die Präsentation wurde der Mannschaftsbus in die 11.183 Zuschauer fassende Scholz-Arena gefahren.

Auf einen Co-Trainer hat sich Kohler, der am 4. April 2006 nach nur dreimonatiger Amtszeit beim MSV Duisburg entlassen worden war, noch nicht festgelegt.

Ziele mit Schmitt nicht mehr erreichbar

Auslöser, dass Schmitt gehen musste, war "die sportliche Entwicklung der letzten Wochen und Monate, mit zuletzt drei nicht gewonnenen Spielen, der Heimniederlage gegen RW Erfurt und dem Abrutschen auf den 14. Tabellenplatz", wie Scholz erklärte.

Der Aufsichtsrat und das Präsidium seien einstimmig zu der Überzeugung gelangt, dass man in der jetzigen Konstellation die gesteckten Ziele nicht erreichen könne.

"Wir haben mit Edgar Schmitt und Rainer Kraft gesprochen, ihnen unsere Sicht der Dinge mitgeteilt", so Scholz.

"Wir werden in den nächsten Tagen gemeinsam die notwendigen Gespräche führen, um eine für beide Seiten akzeptable Trennung zu vereinbaren", sagte Scholz weiter.

Schmitt seit 2007 im Amt

Der aufgrund seiner zahlreichen Tore für den Karlsruher SC im Europacup auch unter dem Namen "Euro-Eddy" bekannte Schmitt trainierte die Aalener seit Januar 2007.

Trotz des verpassten Aufstiegs in die Zweite Liga hatte das VfR-Präsidium den Vertrag mit dem ehemaligen Angreifer im Mai diesen Jahres noch um zwei Jahre verlängert.

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