Der Profisport in Ostdeutschland hat in den großen Publikums- und Mannschaftssportarten einen "klaren wirtschaftlichen Standortnachteil".

Das stellte Bernd Hofmann, Vorstandsvorsitzender des Drittligisten Hansa Rostock in einer öffentlichen Sitzung des Bundestags-Sportausschusses zum Thema "Situation des Profisports in Ostdeutschland" fest.

Die Anhörung war vom CDU-Abgeordneten und Präsidenten des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, Frank Steffel, angeregt wurden.

Als einziger von zunächst drei angekündigten Experten war nur Hofmann übrig geblieben. Ihm stand Christian Sachs, Leiter des DOSB-Hauptstadtbüros, zur Seite.

Hofmann war vor seinem Engagement in Rostock bereits 15 Jahre im ostdeutschen Profisport, unter anderem bei Union Berlin und dem 1. FC Magdeburg, tätig.

Direkt nach der Wende habe es in den großen Sportarten wie Fußball, Handball oder Eishockey im Osten auch Managementfehler gegeben, aber diese können man inzwischen als Ursache für die Situation weitgehend ausschließen.

"Es liegt vor allem an den wirtschaftlichen Grundlagen. Im Osten ist die Wirtschaftskraft der Unternehmen geringer, zudem haben fast alle großen Firmen ihren Stammsitz im Westen", sagte Hofmann.

Das werde sich kurzfristig kaum ändern. "Wir müssen im Osten andere Wege gehen", sagte Hofmann. Rund 1,5 Mio Euro stecke Hansa in seine Nachwuchsförderung, daran sei auch in schwieriger Lage mit Personal- und Finanzkürzungen nicht gekürzt worden.

"Das ist der einzige Weg, um mittelfristig wieder die Möglichkeit zu haben, vorne mitzuspielen", sagte Hofmann, der mit Hansa den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte.

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