Rolf Rombach, Präsident des Drittligisten Rot-Weiß Erfurt, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) kritisiert.

"Es ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum für die Dritte Liga noch kein Ligasponsor gefunden wurde. Ich glaube, das liegt an den Interessenkonflikten, die beim DFB herrschen, da kann man ganz offen drüber reden", sagte Rombach bei der SpoBIS in Düsseldorf.

"Man hört überall 'stärkste Dritte. Liga der Welt - ein Premium-Produkt des DFB' und spricht von einer gigantischen Medienpräsenz. Und dann kann mir keiner klarmachen, dass man bei diesen positiven Anzeichen keinen Ligasponsor finden kann. Das muss andere Gründe haben", äußerte Rombach.

Viele Drittligisten haben mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Der Traditionsverein Alemannia Aachen meldete zuletzt sogar Insolvenz an.

"Wir werden unseren Etat weiter kürzen müssen, um in der Dritten Liga zu bestehen", meinte auch Rombach und fügte an: "Ich sehe eine Diskrepanz zwischen ersten und Zweiten Liga und der Dritten Liga, die dramatischer wird. Die TV-Gelder betragen in der Dritten Liga rund 711.000 Euro pro Verein - das ist ein stolzer Betrag, der aber nicht ausreichend ist, um Vereine wie Erfurt dauerhaft in der Dritten Liga zu halten. Man muss gemeinsam überlegen, wie man die Vereine noch finanziell ausstatten kann."

Ulf Schott, Direktor Spielbetrieb DFB, sieht allerdings kein generelles Problem. "Man muss jeden Verein spezifisch betrachten. Nicht jeder Verein kratzt an seiner Existenz. Neun von 18 Vereinen haben ein positives Ergebnis erzielt. Man darf die Dritte Liga nicht als Durchgangsstation sehen, sondern als tolle Marke", sagte Schott.

Er ergänzte: "Wir wollen unsere Branchenexklusivität natürlich weiter behalten und mit der Dritten Liga eine Marke schaffen, die wir weiter zentral vermarkten. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir noch einen Partner dazubekommen für die Dritte Liga."