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Die UEFA ist mit der Entwicklung der Arena in Donezk noch nicht zufrieden © imago

Die UEFA akzeptiert in der Ukraine zunächst nur Kiew als Spielort der EM 2012. Polen hingegen erfüllt alle Bedingungen.

München - Die UEFA hat EM-Gastgeber Ukraine einen Denkzettel verpasst und zunächst nur Kiew als Spielort der Europameisterschaft 2012 akzeptiert.

Dagegen erhielten die vier Spielstätten des Co-Gastgebers Polen - Breslau, Posen, Danzig und Warschau - auf einer zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees der UEFA mit DFB-Präsident Theo Zwanziger grünes Licht.

Die drei anderen ukrainischen Spielstätten-Bewerber, Donezk, Lemberg und Charkow, erhalten eine letzte Frist bis zum 30. November 2009, um in punkto Infrastruktur und Stadionbau nachzubessern.

"Werden die Bedingungen nicht von allen erfüllt, könnte es auch zu einer Lösung Kiew plus 1 geben. Es gibt also die Möglichkeiten 4+4 oder 4+2. Es wird allerdings keinen fünften Standort in Polen geben", sagte Zwanziger nach seiner ersten Sitzung im Exekutivkomitee.

Donezk hat gute Chancen

Im Augenblick deutet einiges darauf hin, dass zumindest Donezk noch EM-Spielstätte wird, weil dort zumindest die Voraussetzungen in Bezug auf das Stadion gegeben sind.

"Es sind immer noch viele Probleme in der Ukraine zu lösen. Es existieren eine Menge Schwierigkeiten in der Infrastruktur", kommentierte UEFA-Präsident Michel Platini auf der Pressekonferenz nach der Exko-Sitzung in Bukarest.

Ein dickes Fragezeichen steht auch noch hinter Kiew als Ort des EURO-Endspiels 2012.

Kiew erfüllt Kriterien

"Das Finale wird nur dann in Kiew ausgetragen, wenn Bedingungen beim Stadion, der Flughafen-Infrastruktur, im Regionaltransport und bei den Übernachtungen bis zum 30. November erfüllt sind.

Kiew erfüllt die UEFA-Kriterien bis einschließlich Halbfinale. Wenn das Endspiel nicht in Kiew stattfindet, dann in Warschau", sagte Platini.

Vor zwei Jahren hatten die beiden osteuropäischen Länder als gemeinsame Gastgeber den Zuschlag für die EM-Ausrichtung erhalten.

Geheimpläne der UEFA

Von Beginn an hatte es große Vorbehalte gegeben. Vor allem in der Ukraine kam die Vorbereitung auf das Fußball-Großereignis nur schleppend voran.

Zwischenzeitlich hatte es bei der UEFA auch Geheimpläne gegeben, Berlin und Leipzig bei der EM 2012 mit einzubeziehen, sollte die Ukraine nicht in der Lage sein, die Ausrichterrolle im kompletten Umfang zu stemmen.

Zuletzt wurden diese Bestrebungen allerdings vonseiten der UEFA nicht mehr forciert.

Platini reist in die Ukraine

Mitte April hatte sich UEFA-Boss Platini selbst einen Eindruck vom Status quo in Polen und der Ukraine gemacht.

Offensichtlich hatten sich dabei die Bedenken der französischen Fußball-Ikone hinsichtlich des EM-Co-Gastgebers Ukraine verstärkt.

Dazu Zwanziger: "Die Ukraine war mit ihren Standorten deutlich schwächer. Darauf hat der UEFA-Präsident immer wieder hingewiesen, obwohl es vielfältige Garantien von staatlicher Seite gegeben hatte. Im Exko hatte man nicht das Gefühl, guten Gewissens eine positive Entscheidung für alle vier Standorte treffen zu können."

Zwanziger Nachfolger von Mayer-Vorfelder

Beschlossen wurde auf der Exekutiv-Sitzung auch, dass Zwanziger den Vorsitz in der UEFA-Rechtskommission übernimmt.

"In diesem Gremium geht es darum, Verbands- und EU-Recht in Einklang zu bringen. Das ist mir ein großes Anliegen. Außerdem bin ich Mitglied der Finanzkommission. Es ist sicher gut, über die Finanzströme der UEFA im Bilde zu sein", sagte der DFB-Boss.

Der 63 Jahre alte Jurist war Ende März als Nachfolger von DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder in das Exekutivkomitee des europäischen Dachverbandes gewählt worden.

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