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Deutschland mit Ballack (l.) gewann das EM-Halbfinale gegen die Türkei mit 3:2 © getty

Deutschland hat mit der Türkei, Österreich, Belgien, Aserbaidschan und Kasachstan eine interessante Gruppe erwischt. Die Gegner im Porträt,

München - Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Auslosung der Qualifiktionsgruppen zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine interessante Gegner zugelost bekommen.

Erzrivale Österreich wurde ebenso in die deutsche Gruppe A gelost wie die Türkei, auf die Deutschland im Halbfinale der letzten EM traf.

Gruppengegner Aserbaidschan wird von Berti Vogts trainiert und auch bei Kasachstan sitzt mit Bernd Storck ein deutscher Trainer auf der Bank.

Sport1.de stellt die Gruppengegner der deutschen Elf vor.

TÜRKEI:

Die Türkei verlor bei der letzten Europameisterschaft im Halbfinale 2:3 gegen Deutschland. Nach dem Scheitern in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika trat der exzentrische Trainer Fatih Terim zurück.

Seitdem wird bislang erfolglos ein Nachfolger gesucht. Unter anderem soll auch Bundestrainer Joachim Löw vom türkischen Verband kontaktiert worden sein.

Der größte Erfolg der türkischen Nationalmannschaft ist der dritte Platz bei der WM 2002 in Japan und Südkorea.

Im Stammkader des FIFA-Weltranglisten-42. stehen auch die Bundesliga-Profis Hamit Altintop (Bayern München), Halil Altintop (Eintracht Frankfurt) und Nuri Sahin (Borussia Dortmund).

Das Spiel der "wilden" Türken ist gekennzeichnet von großer Kampfkraft, grenzenlosem Selbstbewusstsein und Mut zum Risiko.

Löws Mannschaft hat aber eine gute Gesamtbilanz gegen die Nationalmannschaft der größten Migrantengruppe in Deutschland.

In bisher 18 Spielen gegen die Türkei gab es für Deutschland zwölf Siege bei drei Unentschieden und drei Niederlagen. Auch die Tordifferenz ist mit 43:12 Treffern deutlich positiv.

ÖSTERREICH:

Noch nie konnte sich eine österreichische Nationalmannschaft für eine EM-Endrunde qualifizieren. Bei der Heim-EM 2008, als Deutschland das Vorrunden-Duell 1:0 gewann, war das Team als Gastgeber automatisch gesetzt.

Sportlich ist die Mannschaft aus dem Alpenstaat in Europa derzeit allenfalls zweite Wahl. Zuletzt gab es klare Niederlagen gegen Spanien und Frankreich.

Trainer beim Weltranglisten 61. ist Dietmar Constantini, der im März 2009 die Nachfolge des Tschechen Karel Brückner angetreten hatte.

Duelle mit Deutschland hatten stets ihre besondere Brisanz.

In bester Erinnerung ist der fast schon historische 3:2-Erfolg von Cordoba bei der WM 1978 in Argentinien und das nicht minder legendäre 1:0 der DFB-Auswahl beim "Nichtangriffspakt von Gijon" bei der WM 1982 in Spanien.

Insgesamt spricht die Bilanz bei 21 Siegen, sechs Unentschieden und acht Niederlagen sowie einer Tordifferenz von 76:51 klar für Deutschland.

BELGIEN:

Noch in den 80er Jahren war Belgien eine Fußball-Macht. Die "Roten Teufel" wurden 1986 in Mexiko immerhin WM-Vierter und brachten Stars wie Jean-Marie Pfaff und Eric Gerets heraus.

Dann folgte ein steiler Absturz, den auch die Ausrichtung der EM-Endrunde 2000 (gemeinsam mit den Niederlanden) nicht bremste.

Seit dem WM-Achtelfinale 2002 hat Belgien die Qualifikation für zwei WM- und zwei EM-Turniere verpasst, in der FIFA-Weltrangliste wird das Team auf Platz 66 von Marokko und Benin eingerahmt.

Ein alter Bekannter soll dies ändern. Zum 1. Januar hat der ehemalige Bundesligatrainer Dick Advocaat (Borussia Mönchengladbach, 2004/05) die Leitung übernommen.

Er soll den belgischen Fußball in Europa wieder hoffähig machen.

Eine der größten Stunden des belgischen Fußballs schlug 1980, als die "Roten Teufel" das EM-Finale erreichten - und gegen Deutschland im Olympiastadion von Rom 1:2 verloren.

Horst Hrubesch zerstörte zwei Minuten vor dem Abpfiff die Hoffnung der Belgier auf den ersten großen Titel seit dem Olympiasieg 1920.

KASACHSTAN:

Nach der Unabhängigkeit von der UdSSR begann mit dem ersten offiziellen Länderspiel 1992 gegen Turkmenistan die Fußball-Geschichte von Kasachstan.

Bis 2002 gehörte der kasachische Fußball-Verband noch Asiens Fußball-Verband an, bevor man in den Bereich der UEFA wechselte.

In der aktuellen Weltrangliste des Weltverbandes FIFA belegt das Team des deutschen Trainers Bernd Storck den 123. Platz, an einem großen Turnier nahm das zentralasiatische Land bislang noch nie teil.

In der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika gelangen lediglich zwei Siege gegen das punktlose Schlusslicht Andorra. Die übrigen acht Spiele gegen England, Kroatien, die Ukraine und Weißrussland gingen verloren.

Der 47 Jahre alte Storck, der einst selbst in der Bundesliga beim VfL Bochum und Borussia Dortmund 171 Spiele bestritt und 1989 mit dem BVB den DFB-Pokal gewann, ist seit 2008 in Kasachstan tätig.

Zuvor hatte er als Co-Trainer von Jürgen Röber beim VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin, dem VfL Wolfsburg, Partizan Belgrad und Borussia Dortmund gearbeitet.

In Kasachstan war Storck zunächst verantwortlich für die U-21-Nationalmannschaft, bevor er im Januar 2009 den Cheftrainerposten der A-Nationalelf übernahm.

ASERBAIDSCHAN:

Im Duell mit Aserbaidschan kommt es für die deutsche Elf gleich zur doppelten Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Zum einen wird die Auswahl des Staates zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer vom früheren Bundestrainer Berti Vogts trainiert.

Zudem wird die Reise in das Nationalstadion Aserbaidschans deutschen Fußball-Fans einige Kopfschmerzen bereiten, denn die Arena trägt einen Namen, der hierzulande nicht in bester Erinnerung ist.

Das Tofik-Bachramow-Stadion der Hauptstadt Baku ist nach jenem sowjetischen Linienrichter benannt, der 1966 im WM-Endspiel gegen England (2:4 n.V.) Schiedsrichter Gottfried Dienst das Wembley-Tor angezeigt hatte.

Fußballerisch ist Aserbaidschan ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Bereits in der WM-Qualifikation kam es zum Duell mit Deutschland, das sich 2:0 und 4:0 durchsetzte.

Aufhorchen ließen Vogts und sein Team, als Nummer 114 der Weltrangliste knapp vor Libyen und Vietnam platziert, insbesondere durch ein 1:1 gegen Russland.

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