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Wayne Rooney wurde mit Manchester United dreimal Englischer Meister © getty

Englands Ausnahmestürmer ist nach immer neuen Enthüllungen im Sex-Skandal vor dem Spiel in der Schweiz schwer angeschlagen.

Von Christian Stüwe

München - Es ist fast schon eine Tradition, dass die Spieler des englischen Nationalteams vor wichtigen Spielen mit Schlagzeilen außerhalb des Platzes für Aufruhr und Unruhe sorgen.

Auch vor dem Gastspiel in der Schweiz (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) machen die "Three Lions" da keine Ausnahme.

Sollte die volle Konzentration eigentlich dem vermutlich schwersten Gegner in der EM-Qualifikationsgruppe G gelten, dreht sich derzeit alles um die Sex-Affäre von Star-Stürmer Wayne Rooney.

Dieser hat - wohl nicht zum ersten Mal - seine Frau Coleen mit einer Prostituierten betrogen. Seine Ehe steht nun offenbar vor dem Aus, Coleen soll mit dem zehn Monate alten Sohn Kai Zuflucht bei ihren Eltern gesucht haben.

Und die Eidgenossen wittern durch die privaten Querelen ihre Chance.

"Ich bin kein Psychologe. Aber natürlich belasten solche Sachen einen Spieler", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld: "Aber ich gehe davon aus, dass Rooney spielt. Er ist in einer blendenden Verfassung."

Sein Gegenüber Fabio Capello scheint davon aber gar nicht so überzeugt. (DATENCENTER: Die EM-Quali)

Zwar trumpfte Rooney beim 4:0-Auftaktsieg gegen Bulgarien mit vier Torvorlagen groß auf, nun scheint ihn aber seine missliche Lage derart zu belasten, dass Capello sogar überlegte, ganz auf seinen Superstar zu verzichten.

Capello führte ein Vier-Augen-Gespräch mit dem 24-Jährigen, erst nachdem der Angreifer von Manchester United dann das Abschlusstraining in London komplett absolviert hatte, entschied der Italiener, ihn mit nach Basel zu nehmen.

"Eine schlimme Schande für die Familie"

Unmittelbar nach dem Spiel gegen Bulgarien hatte Rooney seine Frau per SMS über seine außerehelichen Aktivitäten informiert, um den Schlagzeilen des nächsten Morgen in der "Sun" und dem "Sunday Mirror" zuvor zukommen.

Daraufhin wendete sich sogar die eigene Verwandtschaft gegen Rooney.

"Du bist eine schlimme Schande für die Familie", teilte Cousine Natalie per "Twitter" mit, Cousin Stephen Rooney findet ihn nun "schrecklich".

Und als wäre das alles nicht schlimm genug, meldete sich auch noch die Edelprostituierte Jennifer Thompson, die mit ihren Enthüllungen die Angelegenheit an die Öffentlichkeit gebracht hatte, ein weiteres Mal zu Wort und machte sich über Rooney lustig.

Sie bezeichnete den Stürmer als "schüchtern und plumb", zudem sei er "langweilig im Bett".

Unterstützung aus dem Mannschaftskreis

In diesen schweren Zeiten kann Rooney immerhin auf die Unterstützung seiner Mitspieler bauen.

"Höhen und Tiefen gehören eben dazu", sagte James Milner: "Wir brauchen die besten Spieler und da gehört er dazu. Ich hoffe, er macht am Dienstag drei Tore."

Intern dürfte er auf noch mehr Mitgefühl stoßen.

Schließlich haben John Terry, Ashley Cole und Peter Crouch ebenfalls mit ihren Affären für viel Aufsehen und Unruhe gesorgt, Terry musste gar das Kapitänsamt nach seiner Affäre mit der Ex-Freundin von Mitspieler Wayne Bridge abgeben.

Gerrard rechnet mit starken Schweizern

Der neue Kapitän Steven Gerrard bemühte sich, das Interesse wieder auf das Sportliche zu lenken.

"Ich denke, die Schweiz hat bei der WM gezeigt, was für ein gutes Team sie sind, als sie die Spanier geschlagen haben", sagte Gerrard.

"Wir müssen genauso gut spielen wie gegen Bulgarien, wenn wir gewinnen wollen", forderte Gerrard und nahm damit wohl vor allem Rooney in die Pflicht.

"Sie haben aus dem Fehlern der WM gelernt"

Doch der Gegner ist gewarnt.

Hitzfeld bemerkte, dass er das Videostudium zwar noch nicht abgeschlossen habe, "aber ich habe schon gesehen, dass England sehr gefährlich ist und schnell umschaltet. Ich glaube, sie haben gelernt aus den Fehlern bei der WM, als sie ausgekontert wurden."

Sportlich haben die "Three Lions" also offenbar ihre Rückschlüsse gezogen, was das Private angeht, scheinen die Schwerenöter von der Insel jedoch unverbesserlich.

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