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Die Türkei gewann die ersten EM-Quali-Spiele gegen Kasachstan und Belgien © getty

Viele türkischstämmige Bewohner Berlins freuen sich aufs EM-Quali-Spiel gegen Deutschland. Auch das Team ist zuversichtlich.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Berlin - In Berlin kokettieren die Bürgermeister gerne mit der Tatsache, dass sie der drittgrößten türkischen Stadt vorstehen.

Entsprechend groß ist die Vorfreude bei einem Großteil der gut 150.000 Einwohner mit türkischen Wurzeln in der Hauptstadt auf das EM-Qualifikationsspiel am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Schon bei der Landung am Montagabend auf dem Flughafen Tegel wurde die türkische Nationalmannschaft von hunderten Landsleuten begeistert empfangen.

Kein Wunder, dass das Team von Nationalcoach Guus Hiddink Reißaus nahm und sich zur Vorbereitung an den beschaulichen Schwielowsee südlich von Potsdam zurückzog.

Platzsturm nach dem Training

Doch auch hier gab es kein Entkommen vor den Fans: Nach dem ersten Training im Stadion von Drittligist Babelsberg stürmten hunderte Anhänger das Spielfeld.

Auch in den Tagen danach herrschten aufgrund des Andrangs teilweise chaotische Szenen.

Mit dieser Euphorie im Rücken und der Unterstützung von rund 30.000 türkischen Fans im ausverkauften Olympiastadion will der EM-Halbfinalist von 2008 am Freitag dem Gastgeber ein Bein stellen.

"Ein richtungweisendes Spiel"

"Das wird schon ein richtungweisendes Spiel werden", sagte Ex-Bundesligaprofi Erdal KeserSPORT1.

"Wer gewinnt, hat Luft nach unten und kann ruhiger aufspielen. Wir sind uns schon sehr bewusst, dass wir mit einem Sieg unserem großen Ziel, das nächste große Turnier zu erreichen, näher kommen würden."

Und die Zuversicht bei der Mannschaft ist groß. "Die Chancen stehen 50:50. Aber wir Türken sind bekannt dafür, bei solchen Spielen immer extra motiviert zu sein", meinte der Dortmunder Nuri Sahin.

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Noch weiter ging Stürmer Tuncay Sanli von Stoke City: "Wir gehen immer auf den Platz, um zu gewinnen. Gegen Deutschland wird das nicht anders sein."

Topstar Arda fehlt

Allerdings trübt der Ausfall von Topstar Arda Turan, der beim 3:2 über Belgien den Siegtreffer erzielte, die Erfolgsaussichten.

Der 23 Jahre alte Spielmacher erlitt im Training ohne gegnerische Einwirkung eine Adduktorenverletzung und muss sechs bis acht Wochen pausieren.

"Ardas Fehlen wiegt schwer für die Türkei", glaubt Eintrachts Frankfurts Coach Michael Skibbe, der mit Arda 2008/2009 bei Galatasaray zusammenarbeitete.

"Er ist unheimlich dribbelstark, torgefährlich und hat absolut das Potenzial, sich auch in den europäischen Top-Ligen zu behaupten."

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Sahin mit guten Chancen auf die Startelf

Die Verletzung des Gala-Kapitäns erhöht immerhin die Chancen von Sahin auf einen Platz in der Startelf, nachdem Hiddink den Dortmunder zuletzt nicht berücksichtigt hatte.

"Er ist ein wichtiger Spieler für mich, der seine Einsatzzeit bekommt", sagte der Niederländer dem "kicker". "Doch manchmal muss ich anders planen, erfahrene Spieler aufbieten."

Hiddink setzt vor allem auf die Routiniers Nihat Kahveci (30), Mehmet Aurelio (32) und Emre Belözoglu (30), seinen Kapitän. Auch Bayern-Profi Hamit Altintop ist gesetzt, musste aber wegen Rückenproblemen teilweise mit dem Training aussetzen.

Hoffnung bei Halil Altintop

Hoffnung auf einen Einsatz machen kann sich auch Hamits Zwillingsbruder Halil Altintop (Eintracht Frankfurt), der als dritter Bundesligaprofi im Aufgebot steht.

Sollte Hiddink auf zwei Sturmspitzen setzen, streiten Altintop und Tuncay um den Platz neben Nihat.

Der Abschluss ist laut Hiddink die größte Problemzone der Türken. "Wir müssen an unserer Effektivität arbeiten", sagte er. "Uns fehlt ein echter Knipser."

Die voraussichtliche Aufstellung der Türkei:

Tor: Volkan Demirel/Fenerbahce Istanbul (28/44)

Abwehr: Gökhan Gönül/Fenerbahce Istanbul (25/19), Servet Cetin/Galatasaray Istanbul (29/50), Ömer Erdogan/Bursaspor (33/2), Hakan Balta/Galatasaray Istanbul (27/26)

Mittelfeld: Emre Belözoglu/Fenerbahce Istanbul (30/72), Mehmet Aurelio/Besiktas Istanbul (32/35) - Hamit Altintop/Bayern München (27/59), Nuri Sahin/Borussia Dortmund (22/23)

Sturm: Tuncay Sanli/Stoke City (28/78), Nihat Kahveci/Besiktas Istanbul (30/67)

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