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Für Lothar Matthäus (r.) ist die bulgarische Nationalmannschaft die siebte Trainerstation © imago

Bei SPORT1 erklärt der neue Nationaltrainer der Schwarzmeer-Nation, wie er die EM-Chance wahren will.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München/Sofia - Schwerer könnte der Start nicht sein. Schon die erste Aufgabe ist für Lothar Matthäus ein Alles-oder-Nichts-Spiel.

Der neue Nationaltrainer Bulgariens braucht in Wales (alle EM-Qualifikationsspiele ab 17 Uhr LIVESCORES) unbedingt einen Sieg, damit sich sein Team die Chance auf die EM-Qualifikation erhalten kann.

Denn die Bulgaren sind äußerst schwach gestartet, haben nach zwei Partien null Tore und null Punkte auf dem Konto. Einem 0:1 in Montenegro folgte eine 0:4-Heimpleite gegen England.

Nationaltrainer Stanimir Stojlow nahm seinen Hut, Matthäus soll jetzt Hoffnungsträger und Feuerwehrmann zugleich sein. "Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe", sagte Matthäus dazu im Gespräch mit SPORT1 in Sofia.

Matthäus von Qualität überzeugt

Dass nach dem Katastrophen-Auftakt kaum noch einer dem Team die Qualifikation zutraut, motiviert den ehemaligen Weltfußballer besonders.

Und realistisch stellte er fest: "Hätte Bulgarien die ersten beiden Spiele gewonnen, wäre der Posten wohl noch besetzt."

Von der Qualität seines neuen Teams ist der deutsche Rekordnationalspieler mit 150 Einsätzen überzeugt. "Ich kenne den bulgarischen Fußball, ich glaube an den bulgarischen Fußball, mittel- aber auch langfristig."

Aus Matthäus Sicht ist England der klare Favorit in der Gruppe G, doch um Platz zwei sollen die Bulgaren mitsprechen.

Bojinow bleibt zuhause

Ein erstes Ausrufezeichen hat Matthäus bereits gesetzt, als er Stürmerstar Waleri Bojinow vom FC Parma nicht in den Kader berief.

[kaltura id="0_0vy6yfy1" class="full_size" title="Matth us im SPORT1 Interview"]

Mit der Leistung des 24-Jährigen ist der neue Nationalcoach unzufrieden. Er hat den Angreifer in der Serie A beim Match in Florenz beobachtet.

In Bulgarien gefällt diese Entscheidung nicht jedem, doch der Name Lothar Matthäus hat im Land weiterhin einen guten Klang.

"Man merkt schon jetzt, dass sich das Verhalten der Mannschaft geändert hat. Der Respekt vor dem Trainer ist spürbar", schrieb die größte bulgarische Tageszeitung "Dneven Trud".

Aufbauhilfe macht Spaß

Matthäus selbst hofft auf die Erfahrung, die er bisher als Trainer in Osteuropa bei Ungarns Nationalmannschaft und Partizan Belgrad sammeln konnte.

"Es hat auch schon in Ungarn viel Spaß gemacht, eine junge Mannschaft aufzubauen, ich bin auch in Ungarn und Serbien sehr gut mit der Mentalität der Leute zurechtgekommen."

Die Aufgabenstellung sieht er als ähnlich an, "nicht nur erfolgreich zu sein, sondern auch die guten Einzelspieler unter einen Hut zu bringen".

"Auch mal auswärts drei Punkte holen"

Seinen neuen Spielern rät er daher: "Sie müssen ihre Qualitäten in die Mannschaft einbringen, nicht für sich selbst spielen."

In Wales sollen die Bulgaren die Vorgaben von Matthäus umsetzen, der vorm Abflug forderte: "Wenn man zu einer Europameisterschaft will, muss man auch mal auswärts drei Punkte holen."

Wales hat das erste Qualifikationsspiel in Montenegro verloren, ist also auf einem Heimerfolg angewiesen.

"Wales ist im Umbruch"

Die Wertschätzung für Wales mit "guten, jungen Spielern" ist dennoch groß.

"Sie befinden sich in einem Umbruch, haben nicht mehr die Klasse, die früher ein Ryan Giggs hatte", so Matthäus? Analyse.

Ein Einstand nach Maß und Matthäus, der zuletzt Maccabi Netanya coachte, könnte mit gewachsener Zuversicht in ein großes Duell gehen.

Nach dem Wales-Spiel empfängt Bulgarien im März die Schweiz. Für Matthäus ist es das Duell mit seinem früheren Trainer und Lehrmeister Ottmar Hitzfeld.

Vorfreude auf ein großes Duell

"Die Vorfreude könnte kommen, falls wir am Freitag in Wales gewinnen", meint der 49-Jährige abwartend.

"Dann wird die Partie gegen die Schweiz ganz wichtig für beide Teams. Ottmar hat bei der WM gespielt, hat aber auch das erste Gruppenspiel zu Hause gegen England verloren. Auch er steht unter Druck."

Der größte Druck lastet allerdings gleich zum Debüt auf Bulgariens neuem Chefcoach Matthäus.

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