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Ottmar Hitzfeld ist seit 2008 Trainer der Schweizer Nationalmannschaft © imago

Zweite Pleite im zweiten Spiel: Die EM 2012 rückt für die Schweiz in weite Ferne. Doch der Coach mahnt vor dem Wales-Spiel zur Ruhe.

München - Ottmar Hitzfeld geht mit der Schweizer Nationalmannschaft schweren Zeiten entgegen. Nach dem 0:1 in Montenegro ist der Fehlstart in die EM-Qualifikation perfekt, und die Gegner sind fast schon über alle Berge.

"Was für eine Blamage!", schrieb die Boulevardzeitung "Blick", "folgenschweres Versagen" lautete die ernüchternde Diagnose der "Berner Zeitung".

Das Duell mit Wales am Dienstag wird ein Spiel der letzten Chance. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Hitzfeld mahnt zur Ruhe

Doch Hitzfeld hat schon viele Krisen erlebt. Der deutsche Coach mahnt zur Ruhe.

"Wir dürfen nicht die Nerven verlieren. Jetzt benötigen wir dringend ein Erfolgserlebnis, damit der Knoten endlich platzt. Gegen Wales müssen wir dringend die Aufholjagd starten", sagte der frühere Meistertrainer von Bayern München und Borussia Dortmund.

Aber die heimische Presse zeigt sich keineswegs nervenstark.

Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel, die der Italien-Legionär Mirko Vucinic (67.) mit seinem Tor besiegelte, hagelte es Kritik.

Vucinic lässt die Hosen runter

"Vucinic lässt uns die Hosen runter", klagte der "Blick". Vucinic hatte beim Jubel die Hosen ausgezogen und als Mütze zweckentfremdet.

Der EM-Zug droht also ohne die Schweiz abzufahren, Hitzfeld steht jedoch noch nicht im Kreuzfeuer. Der 61-Jährige analysierte das Spiel in aller Gelassenheit.

"Beide Teams hatten ihre Möglichkeiten. Das Spiel war von vielen Fehlern geprägt, wobei Montenegro am Ende das glücklichere Team war. Wir hatten uns sicherlich mehr erhofft von diesem Spiel", lautete das Fazit des enttäuschten Trainers.

Hitzfeld tauscht halbe Mannschaft aus

Die Eidgenossen liegen mit null Punkten und 1:4 Toren auf dem letzten Tabellenplatz der Gruppe G. Der Druck ist nach der Niederlage in Montenegro, das nach drei Siegen in drei Spielen neun Punkte auf dem Konto hat, nochmals enorm gestiegen.

Die 1:3-Heimniederlage im ersten Gruppenspiel gegen England war noch erwartet worden.

Dennoch veränderte Hitzfeld seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen. Vor 12.700 Zuschauern im ausverkauften Buducnost-Stadion in Podgorica blieb der erhoffte Effekt jedoch aus.

Derdiyok und Barnetta kommen spät

Früh übernahmen die selbstbewussten Montenegriner das Kommando und kamen zwangsläufig zu Chancen.

Die Schweizer hingegen brachten bis zur Pause kaum etwas zustande und leisteten sich viele Ballverluste. In der 67. Minute brachte Hitzfeld mit Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta zwei Joker von Bayer Leverkusen ins Spiel.

Kurz darauf erzielte Vucinic nach schönem Doppelpass das Tor des Abends. Der Stürmer vom AS Rom ließ sich anschließend zu einem extravaganten Jubel hinreißen: In vollem Lauf riss er sich die Hosen runter und stülpte sie sich über den Kopf.

Gegen Wales ist Sieg ein Muss

Nach dem Rückstand suchten die Schweizer verzweifelt den Weg nach vorne, die wenigen sich bietenden Chancen konnten sie jedoch nicht verwerten.

Am kommenden Dienstag kommt es in Basel zum Aufeinandertreffen mit den ebenfalls sieglosen Walisern.

Für den Verlierer dieser Partie dürfte der Traum von der Endrundenteilnahme 2012 endgültig ausgeträumt sein.

Wenn die Rot-Weißen den Sprung auf den EM-Zug noch schaffen wollen, dann dürfen sie sich keine weiteren Ausrutscher erlauben.

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