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Loic Remy von Olympique Marseille hat nun vier Länderspiele für Frankreich auf dem Konto © imago

Was ein Sieg bewirken kann: Zwei Joker schießen Frankreich zum 2:0 über Rumänien. Und machen die WM-Schmache in der Heimat vergessen.

München/St. Denis - Die Spieler feierten stürmisch, auf den Rängen tobte ein wahrer Jubelorkan und alle Sorgen waren zumindest für den Moment wie weggeblasen.

"Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und nie aufgegeben. Unsere Arbeit beginnt, Früchte zu tragen", lobte Frankreichs neuer Nationaltrainer Laurent Blanc nach dem 2:0 (0:0) gegen Rumänien: "Ich liebe den Geist, der in diesem Team steckt."

Dass es bei "Les Bleus" während der WM in Südafrika noch eher gespenstisch zugegangen war, scheint endgültig abgehakt.

"Es hat bei uns große Veränderungen gegeben. Was wir jetzt erleben, ist erst der Anfang. Das Selbstvertrauen ist wieder da", sagte Offensivallrounder Florent Malouda.

Blanc gibt Spielern Glauben zurück

Frankreich hat durch den Dreier die Führung in der emQualifikationsgruppe D übernommen und einen wichtigen Schritt in Richtung der Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine gemacht. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Am Dienstag geht es in Metz gegen Luxemburg. Eine Pflichtaufgabe. "Da wollen wir nachlegen", meinte Alou Diarra.

Blanc hat den Spielern den Glauben an die eigene Stärke und die Freude an der Arbeit zurückgegeben. Mit Vorgänger Raymond Domenech lag das Team hingegen über Kreuz. Bei der WM hatte sich ein Eklat an den anderen gereiht.

"Spannende Mannschaft, sachkundiger Coach"

Der derzeit ohnehin verletzte Bayern-Star Franck Ribery war gegen Rumänien nach den Vorkommnissen in Südafrika genauso wie Patrice Evra oder Nicolas Anelka noch verbandsintern gesperrt. Blanc und seine neue Gefolgschaft bewies, dass es auch ohne sie geht.

"Das macht Spaß", titelte "L'Equipe" nach dem ersten Sieg im Stade de France von St. Denis seit rund einem Jahr: "Die Mannschaft ist spannend, das Coaching sachkundig, die Leidenschaft zurück. Jetzt gilt es, diesen Aufschwung zu bestätigen. Nach dem Abpfiff gab es einen Jubel, wie man ihn lange nicht mehr gehört hat."

Dabei hatten die Fans die Geduld fast schon wieder verloren. Noch zur Halbzeit hatte es Pfiffe gegeben.

Erstes Länderspieltor für Remy

"Ich habe den Spielern gesagt, dass es nicht verboten ist, die Partie erst in den letzten zehn Minuten zu entscheiden", meinte Blanc und bewies bei seinen Einwechslungen ein goldenes Händchen.

Loic Remy erzielte nach seiner Hereinnahme sein erstes Länderspieltor (83.). Yoann Gourcuff, der nach Ablauf seiner Sperre ebenfalls zunächst nur zur Reserve zählte, traf schließlich zum 2:0 (90.+3).

"Wir haben dieses Spiel von der Bank aus gewonnen und mussten geduldig sein. Die Frische der neuen Spieler hat am Ende den Unterschied gemacht", meinte Blanc, der seine Spieler auch mit Hilfe eines Mentaltrainers auf die Partie vorbereitet hatte.

Team rückt enger zusammen

Die neue Philosophie hat sein Team bereits verinnerlicht. "Man hat gesehen, dass unsere Gruppe nicht nur aus elf, sondern aus 23 Spielern besteht", sagte Mittelfeldspieler Diarra.

"Deluxe Joker Remy" ("France Football") sah die "Equipe Tricolore" derweil schon wieder auf dem Weg zu alter Stärke. "Trotz der Pleite zum Qualifikations-Auftakt gegen Weißrussland führen wir die Gruppe jetzt an und sind wieder in der Spur", meinte der Stürmer von Olympique Marseille: "Mein Tor war einfach ein magischer Moment."

Blanc tritt auf Euphoriebremse

Diarra ergänzte: "Es ist großartig miterleben zu dürfen, wie sich diese Mannschaft entwickelt."

Blanc drosselte derweil schon wieder die Euphorie. "Wir dürfen uns jetzt zwar freuen, aber wir müssen diese Energie auch immer wieder investieren. Es kommen auch noch schwierigere Phasen", sagte der Coach. Den Blues will bei Les Bleus niemand mehr spielen.

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