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Matthäus (l.) verpasste unter Hitzfeld 1999 mit den Bayern den Champions-League-Sieg © getty

Bulgarien oder die Schweiz? Matthäus oder Hitzfeld? Wer das Duell in der EM-Qualifikation verliert, hat keine Chance mehr.

Sofia - Als das Handy von Lothar Matthäus klingelte, war das Alles-oder-Nichts-Spiel am kommenden Samstag (17.45 Uhr im LIVE-TICKER) zumindest für ein paar Minuten vergessen.

"Ottmar Hitzfeld hat mir am Montag alles Gute zum Geburtstag gewünscht - nur keinen Sieg gegen die Schweiz", berichtete Bulgariens Nationalcoach nicht ohne Stolz.

368372(DIASHOW: Die Karriere von Lothar Matthäus)

Man plauderte, tauschte sich aus. Hitzfeld ist vieles, was Matthäus so gern sein will. Weltmann, Erfolgstrainer.

Mit einem Sieg gegen die von seinem alten Weggefährten betreute Schweizer "Nati" kann Matthäus aber ein wenig an Hitzfelds Denkmal kratzen.

Wohl nur der Sieger des Duells in Sofia darf weiter von der erfolgreichen Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine träumen. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Drei magere Punkte

"Ottmar Hitzfeld ist ein guter und erfolgreicher Trainer", meinte Matthäus und kündigte an: "Wir werden versuchen, ihn weniger erfolgreich zu machen."

Jeweils drei magere Punkte haben die Bulgaren und die Schweizer nach drei Quali-Spielen auf dem Konto.

Top-Favorit England und das überraschend starke Team aus Montenegro sind in der Tabelle der Gruppe G schon ein Stück weit enteilt.

Gegenwind für Hitzfeld

"Wir müssen drei Punkte holen. Wenn es nur zu einem Zähler reicht, wird die Luft immer dünner - obwohl wir selbst in diesem Fall noch eine Chance haben", sagt Hitzfeld.

Der ehemalige Dortmunder und Münchner Meistertrainer hat in seiner Wahlheimat derzeit mit Gegenwind zu kämpfen.

Trotz der prekären sportlichen Lage verlängerte der Schweizer Verband den Vertrag mit dem 62-Jährigen aber vor rund zwei Wochen vorzeitig bis 2014.

Hitzfeld hatte auf eine schnelle Einigung gedrängt, da die Verhandlungen öffentlich geworden waren.

Für den Vertrauensbeweis lässt man bei den Eidgenossen nur eine Gegenleistung gelten: Erfolg.

Psychologe Matthäus

"Ich denke, dass Ottmar Hitzfeld unter größerem Druck steht als ich. Zumal die Schweiz bei den vergangenen großen Turnieren immer dabei war", meinte Matthäus und will von einer Niederlage und einem möglichen frühzeitigen Scheitern nichts wissen.

"Warum sollte man über das Negative reden, wenn auch positive Dinge eintreten können", äußerte Deutschlands Rekordnationalspieler und versuchte sich als Psychologe:

"Ich gehe optimistisch in die Partie."

Schweizer Personalsorgen

Auch in der Schweiz ist die gespannte Vorfreude auf das Duell allerorten zu spüren. Seit Tagen stimmt die Boulevard-Zeitung "Blick" ihre Leser mit einem Countdown auf das Spiel ein.

Hoffnung setzt man bei den Eidgenossen vor allem auf die stark besetzte Offensive mit Alexander Frei, Eren Derdiyok und Marco Streller.

Defensiv wird Hitzfeld hingegen von einigen Personalsorgen geplagt.

Neben dem Wolfsburger Torhüter Diego Benaglio fehlen auch die beiden Innenverteidiger Philippe Senderos und Johan Djourou.

Jubilar als Hoffnungsträger

"Entscheidend ist, dass die Mannschaft an sich selbst glaubt und mit der Drucksituation umgehen kann", sagte der Schweizer Coach.

Auch Matthäus fehlen in den ehemaligen Bundesliga-Profis Martin Petrow und Tschawdar Jankow wichtige Leistungsträger.

Großer Hoffnungsträger ist nun Kapitän Stilian Petrow, der sein 100. Länderspiel bestreiten wird.

Matthäus hofft jedenfalls, dass Hitzfeld nach der Begegnung erneut gratulieren muss. Dieses Mal nicht zum Geburtstag. Dieses Mal zum bulgarischen Sieg.

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