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John Terry (r.) scheiterte mit England bei der WM an Deutschland © getty

Englands John Terry steht vor einem beachtlichem Jubiläum. Lothar Matthäus will es mit Bulgarien den Schweizern zeigen.

München - In der EM-Qualifikationsgruppe G könnte England mit einem Dreier in Wales die Tabellenführung von Montenegro übernehmen.

Die Waliser warten nach drei Spielen noch immer auf ihr erstes Erfolgserlebnis, und niemand zweifelt daran, dass sie auch nach dem vierten Spieltag weiter warten werden.

Denn England kommt hochmotiviert mit einem alten neuen Kapitän.

John Terry wird nach 13 Monaten wieder mit der Kapitänsbinde auflaufen. Nationalcoach Fabio Capello hatte sie dem 30 Jahre alten Abwehrspieler des FC Chelsea wegen privater Eskapaden mit Folgen für das Betriebsklima im Nationalteam entzogen - und nunmehr zurückgegeben.

Terry: "Bin älter und weiser geworden"

"Ich bin älter und weiser geworden. Ich war damals sehr enttäuscht und habe anschließend versucht, mich nur auf das Fußball spielen zu konzentrierten", sagte Terry vor dem 100. Länderspiel zwischen Wales und den "Three Lions" im Millennium Stadion von Cardiff.

"Wir wollen Tabellenführer in der Gruppe werden. Es wäre das Größte für mich, diese Mannschaft zur EM 2012 zu führen", meinte der eisenharte Defensivstratege.

Und weiter: "Aber dazu müssen wir unbedingt gewinnen."

Matthäus hofft auf Überraschung

Lothar Matthäus will ausgerechnet im Duell mit Ottmar Hitzfeld, seinem ehemaligen Coach und Lehrmeister bei Bayern München, den großen Coup landen.

368372(DIASHOW: Die Karriere von Lothar Matthäus)

Matthäus trifft als Nationaltrainer von Bulgarien in Sofia in einem der insgesamt zwölf Qualifikationsspiele für die EM 2012 am Samstag auf die Schweiz (ab 17.45 Uhr LIVESCORES) .

Und ein Blick auf die Tabelle der Gruppe G zeigt die Brisanz (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

Hitzfeld: "Nur Sieg zählt"

Jeweils drei magere Punkte haben die Bulgaren und die Schweizer nach drei Spielen auf dem Konto. England (7 Punkte) und das überraschend starke Team aus Montenegro (10) sind schon enteilt.

"Für uns zählt nur ein Sieg", sagt Hitzfeld, ansonsten ist das Thema EM in Polen und in der Ukraine schnell Vergangenheit.

Matthäus gibt die Favoritenrolle freiwillig ab: "Ich denke, Ottmar steht mehr unter Druck als ich".

Kahn: "Lothar kann Ottmar schlagen"

In der Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" erklärte Oliver Kahn, von 1994 bis 2000 Mitstreiter von Matthäus bei den Bayern.

"Ottmar kennt solche Drucksituationen. Das ist für ihn nichts Neues. Das hat ihn schon in München ausgezeichnet. Der Lothar ist hingegen ein sportbesessener Fachmann. Ich glaube, dass er die Möglichkeit hat, die Schweiz zu schlagen."

Hitzfeld setzt unter anderem auf das Sturmduo Alexander Frei, Torjäger des FC Basel, und Marco Streller, einst in Stuttgart unter Vertrag.

Schweiz hat bessere Bilanz

Die Statistik spricht leicht für die Eidgenossen: Drei Siegen und drei Unentschieden stehen nur zwei Niederlagen gegenüber.

Das packendste Spiel fand vor knapp 20 Jahren im Rahmen der EM-Qualifikation für die Endrunde 1992 in Schweden in Sofia statt.

Nach einem 0:2-Rückstand schaffte die Schweizer Nati mit einer Aufholjagd noch ein 2:3. Für das EM-Ticket reichte es dennoch nicht.

Nordisches Duell

In der Gruppe H sorgt das Prestigeduell der Nordlichter zwischen Norwegen und Dänemark für Emotionen pur.

"Das ist ein Spiel, das die Menschen in beiden Ländern in ihren Bann zieht", erklärte Norwegens Coach Egil Olsen, der mit seiner Mannschaft die Tabelle mit drei Siegen aus den bisherigen drei Partien anführt und sich mit der EM-Teilnahme zum Ende seines Vertrages verabschieden möchte.

Denn Stale Solbakken, bisher Trainer des FC Kopenhagen, steht schon parat.

Olsen gelassen

Drei Zähler weniger haben die Dänen bislang ergattert.

Trainer Morten Olsen sieht die Tabellensituation und das Mediengepläkel zwischen den Erzrivalen gelassen:

"Ich denke, das Spiel ist nicht von so großer Bedeutung, denn wir haben am Samstag die schweren Auswärtsspiele in Norwegen und Portugal schon hinter uns."

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