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Ottmar Hitzfeld (l.) war bei Bayern München Trainer von Lothar Matthäus © getty

Der Schweizer Coach setzt auf den Befreiungsschlag gegen England. Matthäus verspricht Bulgarien eine große Zukunft im Fußball.

Sofia/Cardiff - Hand in Hand betraten Lothar Matthäus und Ottmar Hitzfeld das Wassil-Lewski-Nationalstadion von Sofia.

Gegenseitige Sympathie sollte diese Geste ausdrücken, doch die Punkteteilung auf dem Rasen dürfte beiden wohl der Freundschaft zuviel gewesen sein.

(DATENCENTER: Gruppe G)

Denn durch das enttäuschende 0:0 in der Qualifikation ist sowohl für Bulgarien als auch für die Schweiz der Zug für die EM 2012 fast schon abgefahren.

Während Matthäus dennoch von einer "großen Zukunft" mit den Bulgaren träumt, schwört Hitzfeld die Eidgenossen auf das "Wunder von Wembley" ein.

Sechs Punkte Rückstand auf England und Montenegro

"Um in England zu gewinnen, muss ein kleines Wunder her", sagte der frühere Münchner und Dortmunder Meistertrainer mit Blick auf das "Endspiel" am 4. Juni im Londoner Wembley-Stadion.

Er erinnerte an den 1:0-Sensationssieg gegen den späteren Weltmeister bei der WM 2010:

"Wir haben schon gegen Spanien ein kleines Wunder geschafft. Darum gebe ich mich noch nicht geschlagen - und die Mannschaft auch nicht."

Allerdings hat die Schweiz genau wie Bulgarien schon sechs Punkte Rückstand auf England (2:0 gegen Wales) und Montenegro, weshalb Hitzfelds Aussagen für die heimische Presse nicht mehr als Durchhalteparolen sind.

[kaltura id="0_e34lsbdz" class="full_size" title=" Haben uns nach der Pause schwer getan "]

"Hitzfeld kaum noch der richtige Mann"

"Ein Trauerspiel. Die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld besitzt keine Ausstrahlung, keine Leidenschaft, kein Konzept und spielt einfach nur ideenlos", schrieb der "Schweizer Tagesanzeiger" und nannte die kürzliche Vertragsverlängerung um zwei Jahre bis 2014 einen Fehler:

"Denn Hitzfeld ist kaum noch der richtige Mann für die Schweiz."

Auch die Bulgaren haben nur noch theoretische Chancen auf die Teilnahme an der Europameisterschaft.

Matthäus prophezeit "große Zukunft"

"Ottmar und ich haben beide keinen Punkt gewonnen, sondern zwei verloren", lautete daher das Fazit von Matthäus.

Auch der Rekordnationalspieler und sein Team haben somit Anfang Juni in Montenegro ihr vorzeitiges "Endspiel".

Doch auch wenn der WM-Vierte von 1994 das EM-Ticket verpassen sollte, prophezeite Matthäus seinem jetzigen Arbeitgeber eine "große Zukunft" - von der auch er profitieren möchte.

"Ich bin sehr motiviert, lange als bulgarischer Nationaltrainer zu arbeiten. Ich will gute Resultate abliefern", sagte Matthäus.

Die Kritiker der Verpflichtung des 50 Jahre alten Weltenbummlers sind in Bulgarien durch die zuletzt guten Auftritte mittlerweile verstummt.

Pfiffe als Motivation für England

Die Engländer bleiben derweil durch den 2:0-Auswärtssieg im 100. Duell gegen Nachbar Wales weiter ungeschlagen.

Kapitän John Terry erklärte hinterher, die Pfiffe der Waliser Fans beim Abspielen der englischen Nationalhymne hätte das Team zusätzlich motiviert.

"Vor einem Spiel bist du immer motiviert, aber wenn deine Hymne ausgepfiffen wird, gibt dir das noch einmal einen Extra-Kick", sagte der Innenverteidiger des FC Chelsea:

"Die Stille im Stadion nach den zwei frühen Toren war großartig."

Frank Lampard hatte die "Three Lions" per Foulelfmeter schon in der siebten Minute mit 1:0 in Führung geschossen.

Darren Bent von Aston Villa sorgte mit seinem Treffer bereits in der 15. Minute für den Endstand.

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