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Marko Arnautovic (l.) debütierte 2008 im Test gegen die Türkei für Österreich © getty

Die Türkei und Österreich stehen vor dem Duell mit dem Rücken zur Wand. Beide Trainer denken über personelle Änderungen nach.

Von Jakob Gajdzik

München - Für Didi Constantini geht es um den Job, für Österreich um die EM.

Auch wenn nach der Partie zwischen der Türkei und der Alpennation in der EM-Qualifikation (ab 19.15 Uhr im LIVE-TICKER) noch vier Spiele in Gruppe A ausstehen, kann die Bedueutung des Spiels im Sücrü-Sarakoglu-Stadion von Istanbul nicht unterschätzt werden.

Die ÖFB-Auswahl trifft in den kommenden beiden Spielen auf Deutschland, angesichts der Formurven beider Teams ist da eher wenig zu holen. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Das weiß auch Nationaltrainer Dietmar Constantini, der nach dem blamablen 0:2 gegen Belgien gegen die Türken mit dem Rücken zur Wand steht.

Bei einer Niederlage ist "Didi" wohl seinen Job los.

Alaba und Arnautovic wohl draußen

Deshalb wird Constantini personell auch reagieren.

Der gegen die Belgier schwache Hoffenheimer David Alaba wird sich in Istanbul wohl auf der Bank wiederfinden und von Paul Scharner ersetzt werden, der nach seiner Sperre wieder einsatzfähig ist.

"Ich will mich nicht übermäßig unter Druck setzen, ich bin auch nicht der Allheilsbringer, das ist auch ganz klar", sagte Scharner dem Sportportal "Laola1".

"Aber natürlich sehe ich meinen Job darin, das Team mitzureißen und ein positives Ergebnis in der Türkei zu holen."

Auch ein Tausch im Sturm scheint anzustehen. Bremens Marko Arnautovic muss möglicherweise Duisburgs Zweitliga-Torjäger Stefan Maierhofer Platz machen.

Der Coach macht kritisiert Arnautovic für seine Körpersprache.

"Ich habe ihm gesagt, dass es ein Fehler ist, wenn er sich im Spiel so über sich selbst ärgert, dass er alles andere vergisst", erklärte Constantini.

Düstere Bilanz gegen die Türkei

Ein Zweitliga-Stürmer als Retter der Austria? Die Statistik macht dem ÖFB-Team ohnehin wenig Hoffnung:

Der letzte Auswärtssieg in einem Pflichtspiel datiert vom 26. März 2005 (2:0 in Wales). Seitdem gab es in neun Spielen auf gegnerischen Plätzen nicht einen "Dreier".

Gegen die Türkei sieht die Bilanz sogar noch düsterer aus.

Im November 1988 konnte man gegen die Kicker vom Bosporus den letzten Sieg einfahren (3:2 in Wien), die folgenden vier Partien wurden verloren.

In der Türkei wartet man gar seit Oktober 1977 auf einen Sieg, als Herbert "Schneckerl" Prohaska die Österreicher in Izmir zum 1:0 und zur Weltmeisterschaft 1978 schoss.

Blamage in Aserbaidschan

Einzig die Tatsache, dass die Türken selbst in der EM-Qualifikation bisher schwächeln könnte Constantinis Truppe Mut machen.

Auch Trainer Guus Hiddink steht nach bislang sechs Punkten aus vier Spielen in der Kritik

Der EM-Halbfinalist von 2008, schon bei der WM 2010 in Südafrika nicht dabei, wartet seit vier Länderspielen auf einen Sieg und einen eigenen Treffer.

Das demütigende 0:3 gegen Deutschland und das peinliche 0:1 in Aserbaidschan haben die Stimmung auch nicht unbedingt gehoben.

Bewährungsprobe für "deutsche" Talente?

In der großen Not leitet Hiddink jetzt offenbar den Umbruch ein, den viele seiner Kritiker schon länger fordern.

Dortmunds Nuri Sahin wird von Hiddink in die Pflicht genommen, in Deutschland aufgewachsene Talente wie Tunay Torun (Hamburger SV), Mehmet Ekici (1. FC Nürnberg) und Cenk Tosun (Gaziantepspor, früher Eintracht Frankfurt), könnten ihre Bewährungsprobe erhalten.

Nicht nur für Österreich ist das Duell in Istanbul schließlich ein Endspiel.

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