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Dietmar Constantini ist seit 2009 Nationaltrainer in der Alpenrepublik © getty

Trotz des drohenden Quali-Aus vertraut der ÖFB weiter seinem Nationalcoach. Präsident Windtner sieht allerdings Gesprächsbedarf.

München - Auf dem Weg zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wird es allmählich eng für Österreich.

Der Alpenrepublik droht in der "deutschen" Qualifikationsgruppe A das Ausscheiden.

Und so musste nach der Niederlage im richtungsweisenden Spiel in der Türkei vor allem der umstrittene Nationaltrainer Dietmar Constantini um seinen Job fürchten. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

ÖFB-Präsident Leo Windtner erteilte nun aber allen Spekulationen um eine vorzeitige Entlassung eine Absage:

"Ich gehe davon aus, dass wir keine Schnellschüsse machen. Wir werden das aber noch im Direktorium besprechen", sagte Windtner.

"Wir werden uns auch zusammensetzen und besprechen, was wir verbessern können. An ein kleines Wunder dürfen wir ja immer noch glauben."

Zu wenig Taktik, zu viel Defensive

Doch nach dem 0:2 in der Türkei sind die Chancen des ÖFB, am 3. Juni in Wien nächster Quali-Gegner der deutschen Mannschaft, auf eine EM-Teilnahme enorm gesunken.

"Gegen Deutschland wird es sehr sehr schwer. Wir können nur darauf hoffen, das Glück von Gott zu bekommen", sagte der Bremer Marko Arnautovic nach der vierten Niederlage in Folge für die Österreicher.

Zuletzt hatte die Alpenrepublik vor fast 20 Jahren viermal in Serie verloren.

Der Haupt-Vorwurf an Constantini: Unter ihm hat Österreich zehn von 18 Spielen verloren.

Zudem wird dem 55-Jährigen zur Last gelegt, zu wenig im taktischen Bereich zu trainieren und auf eine zu defensive Spielanlage zu bauen.

Constantini lässt die Kritik an seiner Person kalt: "Ruhe hat man als Trainer nie."

Spieler stehen zu ihrem Trainer

Und auch die Spieler halten zu ihrem Coach.

"Wir brauchen über den Trainer nicht zu diskutieren. Er hat einen guten Job gemacht", erklärte Arnautovic.

Hoffenheims David Alaba ergänzte: "Constantini ist der Letzte, der gehen sollte. Er kann sehr gut mit Spielern umgehen und ist absolut der richtige Mann."

In die gleiche Kerbe schlägt Stefan Maierhofer vom MSV Duisburg: "Der ÖFB hat mit diesen Trainern und Spielern absolut den richtigen Weg eingeschlagen."

Einzig Kapitän Marc Janko ist zurückhaltender:

"Ich als Spieler bin der Letzte, der es sich herausnehmen kann, den Teamchef zu kritisieren. Auf diesem Niveau passieren uns einfach zu viele Fehler in der Hintermannschaft."

Belgien und Türkei verfolgen Deutschland

Die Türken, bei denen die Bundesliga-Profis Nuri Sahin (Borussia Dortmund), Hamit Altintop (Bayern München) und Mehmet Ekici (1. FC Nürnberg) in der Startformation standen, dürfen sich dagegen weiter zumindest Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz machen.

Im nächsten Quali-Spiel treffen die deutschen Verfolger Belgien und Türkei im direkten Duell aufeinander.

Aserbaidschan mit Trainer Berti Vogts unterlag in Belgien glatt mit 1:4.

Krawalle in Estland

Für Lothar Matthäus und Bulgarien gab es drei Tage nach dem ernüchternden 0:0 in der EM-Qualifikation in der Schweiz beim 1:0 auf Zypern zumindest ein Erfolgserlebnis.

Der viermalige Weltmeister Italien kam zu einem 2:0 beim EM-Gastgeber Ukraine. England trennte sich von Ghana 1:1.

Unschöne Szenen gab es am Rande des EM-Qualifikationsspiels zwischen Estland und Serbien (1:1) in Tallinn.

Wie der estnische Polizeichef Einar Lillo der Nachrichtenagentur Baltic News Service bestätigte, wurden am Dienstagabend 73 serbische Hooligans infolge von Krawallen inhaftiert.

Einige Randalierer hätten Feuerwerkskörper und Waffen mit sich geführt.

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