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Marko Arnautovic spielte bisher elfmal für Österreich und erzielte dabei vier Tore © getty

Österreichs Arnautovic beledigt Maierhofer nach der Pleite in der Türkei übel. Nun überdenkt der ÖFB-Präsident einen Rausschmiss.

Von Andreas Berten

München - Bei Inter Mailand legte er sich einst großspurig mit Star-Trainer Jose Mourinho an.

Den von Samuel Eto?o geliehenen Bentley ließ er sich klauen, als er damit zu einem U-21-Länderspiel fuhr.

Und in Bremen hat er spätestens seit einer Schimpftirade gegen Manager Klaus Allofs sowie seiner Aussage, Werder sei "ein Saftladen", einen denkbar schweren Stand.

Es gibt kaum einen Skandal, den Marko Arnautovic auslässt. Nach seiner neuesten Eskapade steht der 21-Jährige vor dem Rausschmiss aus der österreichischen Nationalmannschaft.

Verschossener Elfmeter als Ausgangspunkt

Werders Offensivspieler ist nach der 0:2-Niederlage des ÖFB in der Türkei mit seinem Mitspieler Stefan Maierhofer aneinander geraten.

Arnautovic soll den Duisburger in seiner Muttersprache Serbisch übelst beleidigt haben. Keeper Jürgen Macho, den türkische Fans darüber hinaus mit einer geworfenen Plastikstange am Kopf trafen, und Hannovers Emmanuel Pogatetz verhinderten wohl so gerade eben noch eine Schlägerei.

Hintergrund ist der Elfmeter, den Maierhofer in Istanbul kurz vor Spielende verschossen hatte. Arnautovic hätte den Strafstoß gerne selbst geschossen.

Später gab der gebürtige Wiener klein bei und entschuldigte sich damit, er habe nicht gewusst, dass Maierhofer und Paul Scharner als Schützen vorab bestimmt worden seien.

Maierhofer: Kein körperlicher Kontakt

Was aber gar nicht der Fall war. Denn auf der Verbands-Homepage erklärt ÖFB-Coach Dietmar Constantini: "Wir haben es freigegeben, wer einen Elfmeter schießt. Stefan hat sich sofort gemeldet. Er war auch überzeugt, dass er ihn reinhaut. Arnautovic wollte auch gerne schießen, aber Maierhofer hat sich nicht wegdrängen lassen."

Gegenüber SPORT1 räumt Maierhofer einen Vorfall in der Kabine ein, weiter äußern wollte er sich dazu aber nicht. Zudem betont er, dass es keinen körperlichen Kontakt gegeben habe.

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Werder-Trainer Thomas Schaaf spielte das Geschehen in der "Bild" herunter: "Marko ist krank, es geht ihm nicht gut. Was geschrieben wird, ist völliger Blödsinn."

Schon vor der Niederlage, durch die Österreich um die Teilnahme an der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bangen muss, hatte der für seine Star-Allüren bekannte Arnautovic für Aufsehen gesorgt. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

"Es war ein Fehler"

Weil Constantini ihn nicht für die Startformation vorgesehen hatte, meldete sich der Bremer daraufhin mit einem Magen-Darm-Virus ab.

Wie die "Kronen-Zeitung" berichtet, soll Arnautovic in der Nacht vor dem Spiel einen Physiotherapeuten aus dem Bett gerissen und darauf bestanden haben, Fieber zu messen. Das Thermometer zeigte schließlich eine Temperatur von unter 37 Grad Celsius an.

Also saß Arnautovic doch auf der Bank, der Trainer wechselte ihn in der zweiten Halbzeit ein. Nach der Niederlage soll Constantini laut der Zeitung "Österreich" zum 21-Jährigen gesagt haben: "Es ist ein Fehler gewesen, dich zu bringen."

Doch damit nicht genug: Bei der Abreise in der Nacht zu Mittwoch taucht Arnautovic dann mit einer in Istanbul lebenden Bauchtänzerin am Flughafen auf. Die Mitspieler reiben sich verwundert die Augen, für gewöhnlich reisen Freundinnen oder Gattinnen nicht mit dem Team.

Mit einer Bauchtänzerin im Flieger

Constantini sagte: "Es war mit mir abgesprochen. Das ist seine türkische Freundin." Beim "ORF" sagte der Nationaltrainer anschließend im Scherz: "Warum die ganze Aufregung? Es gab keinen Geschlechtsverkehr."

Er räumte aber aus, dass Arnautovics Freundin schon vorher im Hotel gewesen sei: "Blödsinn. Sie haben sich erst auf dem Flughafen getroffen. Er kann das Mädel ja nicht in Istanbul lassen."

Trotzdem scheint das Fass damit aber nun überzulaufen. "Österreich" schreibt auf seinem Internetportal schon spöttisch: "So wird unsere Nationalmannschaft endgültig zu einer Jux-Truppe."

"Arnautovic verhaltensauffällig"

Und auch der Verband scheint mittlerweile die Nase von Arnautovic voll zu haben. Nicht auszuschließen ist, dass er am 3. Juni im EM-Quali-Spiel gegen Deutschland nicht mehr im Kader stehen wird.

"Man wird über das, was passiert ist, reden müssen", sagt ÖFB-Präsident Leo Windtner der "Bild", "Arnautovic ist aus meiner Sicht sehr verhaltensauffällig. Ich weiß nicht, wie lange das noch geht."

Constantini hatte unlängst gesagt: "Ich kriege Arnautovic in den Griff. Ich habe dies zuvor mit drei, vier anderen auch geschafft."

Der Trainer könnte an dieser Aufgabe scheitern.

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