vergrößernverkleinern
Das Hinspiel gegen England verloren die Schweizer in Basel mit 1:3 © getty

Die Eidgenossen stehen in der EM-Qualifikation mit dem Rücken zur Wand, in England kämpft Ottmar Hitzfelds Elf um die letzte Chance.

München - Nur ein Wembley-Wunder kann der Schweizer "Nati" helfen.

Alle Hoffnungen auf die Wende in einer verkorksten Qualifikationsrunde für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine ruhen unter anderem auf einer genialen Idee von Trainer-Fuchs Ottmar Hitzfeld.

"Um in England zu gewinnen, muss jedoch auch ein kleines Wunder her", bestätigte der frühere Münchner und Dortmunder Meistertrainer mit Blick auf das "Endspiel" am Samstag (17.45 Uhr). (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Die Begegnung in London ist eines von insgesamt 20 Gruppenspielen am Freitag und Samstag.

Großer Rückstand für die Schweiz

Hitzfeld steht unter Druck, nachdem die Eidgenossen Ende März mit dem 0:0 und einer enttäuschenden Leistung in Bulgarien eine große Chance verpassten, zu den führenden Teams aus England und Montenegro aufzuschließen.

Sechs Punkte beträgt der Rückstand der Schweizer, weshalb die Fans in der Alpenrepublik den Glauben an ihre Nationalmannschaft bereits weitgehend verloren haben.

Es klingt deshalb wie eine Durchhalteparole, wenn der 53 Jahre alte Coach, der seinen Vertrag erst jüngst bis 2014 verlängerte, an den 1:0-Sensationssieg gegen den späteren Weltmeister bei der WM 2010 in Südafrika erinnert:

"Wir haben schon gegen Spanien ein kleines Wunder geschafft. Darum gebe ich mich noch nicht geschlagen - und die Mannschaft auch nicht."

Der Umbruch ist eingeleitet

Am Samstagabend wird Hitzfeld wissen, ob er seine Mannschaft auf die EM im kommenden Jahr oder schon auf die Quali-Runde für die WM 2014 in Brasilien vorbereiten kann.

Der Umbruch ist bereits eingeleitet, denn im Aufgebot der Schweizer für den Auftritt auf der Insel stehen gleich drei talentierte Neulinge: Granit Xhaka (18 Jahre/FC Basel), Admir Mehmedi (20/FC Zürich) und Innocent Emeghara (22/Grasshopper Zürich).

Nach den Rücktritten der Routiniers und Torjäger Marco Streller und Alexander Frei sucht Hitzfeld noch immer nach einer schlagkräftigen Offensive und neuen Hierarchie im Team. Im Angriff gesetzt ist nunmehr der Leverkusener Bundesliga-Profi Eren Derdiyok.

Kapitän Gökhan Inler schließt dennoch eine Überraschung in Wembley nicht aus: "Das Spiel ist ein Neustart für die Schweiz. England ist nicht unschlagbar - wenn wir die richtige Taktik und Einstellung finden."

Portugal will Tabellenführung

Eine kleine Hoffnung für die Schweiz, ein großer Schritt von Portugal? Für das Team um Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid hat die Tabellenspitze in der Gruppe H im Visier.

Voraussetzung ist ein Sieg am Samstag (22 Uhr) in Lissabon gegen Norwegen, das mit drei Punkten Vorsprung führt. Doch hinter den Portugiesen lauern bereits die punktgleichen Dänen, die beim Schlusslicht Island antreten müssen.

Für Portugal geht es auch um die Revanche für die überraschende 0:1-Niederlage im Hinspiel in Oslo. Seither wittern die Skandinavier die große Chance, nach der EM 2000 wieder auf die große Fußball-Bühne zurückzukehren.

Die Medien in Norwegen feiern bereits Trainer Egil Olsen, der wieder für Stabilität im Team gesorgt hat. Immerhin stehen nach vier Quali-Spielen zehn Punkte zu Buche.

Spitzenspiel in Gruppe D

In der Gruppe D könnte bereits eine Vorentscheidung fallen. Tabellenführer Frankreich, der zuletzt unter Nationalcoach Laurent Blanc vier Siege in Folge feierte, trifft am Freitag (20.50 Uhr) in Minsk auf den Zweiten Weißrussland.

Blanc wird sich ungern an das Hinspiel erinnern, als sein Debüt auf der Trainerbank mit 0:1 in die Hose ging. Doch seit dieser Schmach von Paris hat die Equipe Tricolore keinen Gegentreffer mehr kassiert.

Mit einem Dreier wäre das EM-Tickets fast sicher, Weißrussland jedoch muss noch zittern. Die punktgleichen Albaner (beide 8) und das Team aus Bosnien und Herzegowina (7), das in Rumänien antreten muss, warten auf einen Ausrutscher.

Squadra Azzurra dominiert

Ähnlich dominant wie der Weltmeister von 1998 dominiert Italien, Titelträger von 2006, die Gruppe C.

Mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel am Freitag (20.45 Uhr) in Modena gegen Estland wären für die Squadra Azzurra angesichts des aktuellen Fünf-Punkt-Vorsprungs vor Slowenien die Weichen in Richtung Polen und Ukraine gestellt.

Verfolgerduell in DFB-Gruppe

In der "deutschen" Gruppe A kämpfen Belgien (10 Punkte) und die Türkei (9) hinter der DFB-Auswahl (15), die in Österreich spielt (20 Uhr im LIVE-TICKER), im direkten Duell am Freitag (20.45 Uhr) um Platz zwei und die Teilnahme an den Play-offs.

Die "Roten Teufel" mussten sich im dramatischen Hinspiel in Istanbul mit 2:3 geschlagen geben, blieben jedoch in den folgenden vier Spielen ungeschlagen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel