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Berti Vogts ist seit April 2008 Nationaltrainer in Aserbaidschan © getty

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts will noch in dieser Woche seine Zukunft als Nationaltrainer Aserbaidschans klären.

Baku - Baku statt Korschenbroich:

Entgegen ersten Überlegungen blieb Berti Vogts nach dem EM-Qualifikationsspiel zwischen Aserbaidschan und seinem Heimatland Deutschland (1:3) am Dienstagabend doch noch in Baku, wo er bis Donnerstag seine Zukunft als Nationaltrainer beim aserbaidschanischen Verband AFFA klären will (DATENCENTER: Die EM-Quali).

Die Rückkehr in sein Haus am Niederrhein, auf die er sich nach den chaotischen Tagen am Kaspischen Meer so gefreut hatte, wurde von dem ehemaligen Bundestrainer noch einmal verschoben.

"Ich habe hier noch einen Vertrag bis zum Ende des Jahres, den werde ich erfüllen. Danach sehen wir weiter", sagte Vogts, der nach einem tätlichen Angriff auf seine Person kurz zuvor noch überlegt hatte, ob er die Brocken hinschmeißen soll.

Vogts: Attacke von "drei Verrückten"

"Wenn drei Verrückte auf einen einstürmen, dann fühlt man sich bedrängt. Ich hatte Angst", sagte Vogts und bekräftigte nach dem Abpfiff noch einmal, dass er diese Attacke nicht herunterspielen werde.

"Sie waren nicht dabei, ich habe aber einen Zeugen", so Vogts, der bei der Pressekonferenz am Dienstagabend mal wieder einem medialen Spießrutenlauf durch die einheimischen Reporter ausgesetzt war.

Ob er sich schon bei seinem Kollegen Joachim Löw dafür bedankt habe, dass die Deutschen so schwach gespielt hätten, wurde Vogts gefragt und musste dann vor laufenden Kameras gute Miene zum bösen Spiel machen.

"Idioten gibt es überall"

"Man spielt immer so gut, wie der Gegner es zulässt", konterte der einstige "Terrier".

Zudem versicherte er, dass er trotz der viele Probleme noch "viel Spaß an der Arbeit mit den jungen Leuten" habe.

Zudem hob der 64-Jährige noch einmal hervor, dass die Einwohner von Aserbaidschan "liebenswerte Leute" seien.

"Idioten gibt es überall", sagte Vogts, der nach dem Spiel von Bodyguards bewacht wurde.

Sicherheitskräfte bei Pressekonferenz

Darüber hinaus kontrollierten vor dem Pressezelt Sicherheitskräfte die Taschen der Medienvertreter, nachdem Vogts im Abschluss an eine Pressekonferenz am Sonntag von drei Personen angegriffen worden war - unter anderem mit Toilettenpapier und einer Gießkanne.

"Ich bin seit vier Jahren hier und weiß, was mich hier erwartet. Ich habe die Aufgabe, hier mit Hilfe des Verbandes Strukturen zu schaffen. Unser Ziel ist es, in einigen Jahren den Anschluss ans europäische Mittelmaß zu finden", berichtete Vogts, der dann aber eingestand, dass dieser Prozess aus allerlei Gründen auch für ihn "zu langsam" verlaufe.

Schneller Erfolg nicht möglich

Andererseits wollten die Aserbaidschaner aufgrund ihrer Mentalität den schnellen Erfolg.

"Das geht vielleicht beim Ringen, aber in einer Mannschaftssportart ist das nicht möglich. Wir werden aber weiterarbeiten und noch einige Spiele gewinnen", sagte Vogts und verwies auf den Entwicklungsprozess der deutschen Mannschaft.

"Da ist über Jahre etwas herangewachsen. Daran sieht man, dass ein Langzeitprojekt Erfolge bringt."

Ob er an diesem Langzeitprojekt noch länger in führender Position teilhaben will, ließ Vogts zunächst offen.

Darüber kann er ja in Korschenbroich nachdenken, wohin er am Donnerstag zurückkehren will.

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