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Lothar Matthäus ist seit 2010 Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft © imago

Bulgariens Coach hofft auf eine Überraschung, Portugal will eine erneute Schmach verhindern. Zwei Favoriten sind fast durch.

Frankfurt/Main - Um große Worte war Lothar Matthäus noch nie verlegen.

Auch vor dem richtungweisenden EM-Qualifikationsspiel seiner Bulgaren gegen England gibt sich der deutsche Rekord-Nationalspieler selbstbewußt.

"Wenn wir England schlagen, können wir uns noch für die EM qualifizieren - und ich glaube fest daran, dass wir die Überraschung schaffen können", sagte Bulgariens Nationaltrainer vor der Partie gegen die "Three Lions" am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVESCORES).

"Nicht wie Mäuse"

Matthäus fordert von seinen Spielern aber viel. "Wir wollen es ihnen so schwer wir möglich machen. Es ist wichtig, dass wir an uns glauben. Meine Spieler dürfen nicht wie Mäuse vor Katzen wegrennen. Ich möchte, dass sie wie Deutsche spielen", sagte Matthäus.

Dabei hat der WM-Vierte von 1994 in neun Versuchen noch nie gegen die Briten gewonnen.

0:4-Packung in Wembley

Im Hinspiel kassierten die Bulgaren im Wembley-Stadion eine 0:4-Abreibung. In Sofia zählt für die Gastgeber nun aber nur ein Sieg.

Selbst bei einem Unentschieden hätten die Bulgaren, angesichts von sechs Punkten Rückstand auf das gleichauf liegende Spitzenduo England und Montenegro, kaum noch realistische Chancen, die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine zu schaffen.

Matthäus hofft

Hoffnung schöpft Matthäus daraus, dass auch der Weltmeister von 1966 unbedingt gewinnen muss, um den ersten Tabellenplatz der Gruppe G und die damit verbundene direkte EM-Qualifikation zu verteidigen.

Konkurrent Montenegro tritt beim bisher noch punklosen Gruppenletzten Wales an.

"Natürlich sind wir Außenseiter"

"Der ganze Druck liegt bei den Engländern. Natürlich sind sie der Favorit und wir der Außenseiter, aber wir wollen es ihnen so schwer wir möglich machen. Es ist wichtig, dass wir an uns glauben", sagte Matthäus.

Auf die Unterstützung der Anhänger kann das bulgarische Nationalteam aber wohl nicht bauen. Bislang sind für das Spiel weniger als 15.000 Tickets verkauft worden. 43.600 Zuschauer fasst das Wasil-Lewski-Stadion im Herzen Sofias.

Vogts-Team ohne Chance

In der deutschen Qualifikationsgruppe A bekommt es der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts mit Aserbaidschan mit dem Tabellenzweiten aus Belgien zu tun.

Bei einem Erfolg in Baku könnten die Belgier den Ein-Punkte-Abstand zu den drittplatzierten Türken halten, die gegen Kasachstan antreten müssen. Das Vogts-Team hat bereits keine Chance mehr auf die Qualifikation für die EM.

Ronaldo warnt

Eine Überraschung abwenden will in Gruppe H hingegen Tabellenführer Portugal auf Zypern.

Im Hinspiel waren die Portugiesen in einer spektakulären Begegnung nicht über ein 4:4 hinaus gekommen.

Auch wenn der WM-Vierte von 2006 unter dem neuen Nationalcoach Paulo Bento in drei Partien immer siegreich blieb, warnte Cristiano Ronaldo davor, den Außenseiter erneut zu unterschätzen.

Carvalhos Abgang

"Wir haben uns stark verbessert, aber dürfen jetzt nicht den gleichen Fehler wie im Hinspiel machen", sagte der Supertar vom spanischen Rekordmeister Real Madrid.

Für Aufregung sorgte vor der Partie Real-Teamkollege Ricardo Carvalho. Der 33-Jährige verließ am Mittwoch zunächst das Trainingslager in Obidos, um anschließend seinen Rücktritt aus der "Seleccao" zu erklären.

Er fühle sich in seiner "Ehre verletzt", sagte der Verteidiger, der sich nach 75 Länderspielen nicht mit einem Platz auf der Ersatzbank zufrieden geben wollte.

Favoriten fast durch

Kurz vor einem wichtigen Schritt in Richtung EM 2012 stehen Italien und Vize-Weltmeister Niederlande.

Die Tabellenführer in den Gruppen C und E treten jeweils gegen die abgeschlagenen Gruppenletzten Färöer und San Marino an. Der Weltmeister von 2006 hat fünf Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Slowenen und könnte vor dem direkten Duell am Dienstag wichtige Punkte sammeln.

Die Niederländer könnten gegen San Marino sogar den siebten Sieg im siebten Qualifikationsspiel feiern.

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