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Edin Dzeko (l.) wurde 2010 für Wolfsburg Torschützenkönig der Bundesliga © getty

Vor dem EM-Playoff-Hinspiel gegen Bosnien eröffnen die Portugiesen den verbalen Schlagabtausch. Die Gastgeber plagen Sorgen.

Sarajewo - Edin Dzeko träumt vom historischen ersten Auftritt auf der ganz großen Fußball-Bühne, für Cristiano Ronaldo ist die Reise zur EM 2012 in Polen und der Ukraine dagegen schon beschlossene Sache.

"Wir haben eine große Mannschaft mit großen Spielern. Ich bin sicher: Wir fahren zur EM", tönte der Portugiese und heizte die Stimmung vor dem ersten Playoff-Duell mit Bosnien-Herzegowina am Freitag (ab 19.45 im LIVE-TICKER) in Zenica zusätzlich an.

"Es wird eine Schlacht", prophezeite Portugals Helder Postiga, der die Atmosphäre des Hexenkessels aus den WM-Play-offs im November 2009 (jeweils 1:0 für Portugal) noch in bester Erinnerung hat.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Nicht von ungefähr wird die Partie unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, unter anderem wird das Mannschaftshotel der Portugiesen weiträumig abgesperrt.

Die Gäste haben sogar ihren eigenen Sicherheitsdienst mitgebracht.

Ibisevic im Zwiespalt

"Das wird ein schweres Stück Arbeit. Wir werden natürlich alles geben, obwohl ich schon der Meinung bin, dass auch ein Ronaldo bei einer EURO dabei sein müsste", verriet der Hoffenheimer Bundesliga-Legionär Vedad Ibisevic.

Da ist Bosniens Nationalcoach Safet Susic ganz anderer Meinung (DATENCENTER: EM-Quali).

[kaltura id="0_knvj091z" class="full_size" title="F r Ronaldo und Co z hlt nur ein Sieg"]

"Ich hoffe auch auf eine faire Behandlung durch den Schiedsrichter, denn ich sehe keinen Grund, warum ein Edin Dzeko einen geringeren Unterhaltungswert bei der EM haben soll als ein Cristiano Ronaldo", meinte der ehemalige Spieler von Paris St. Germain.

Sorgen bei Bosnien

Doch Real-Superstar Ronaldo, der vor zwei Jahren in beiden Playoff-Spielen wegen einer Knöchelverletzung fehlte, ist derzeit das kleinste Problem von Susic.

Zahlreiche verletzte und angeschlagene Spieler belasten die Planungen für die Auftritte der Bosnier, die sich noch nie für eine EM oder WM qualifiziert haben, aber immerhin seit sechs Spielen ungeschlagen sind.

"Ich weiß noch nicht, wen ich aufstellen werde. Das wird sich kurzfristig entscheiden", sagte Susic und formulierte bescheiden seine Wünsche.

"Wäre mit 0:0 zufrieden"

"Mit einem 0:0 im Hinspiel wäre ich zufrieden. Denn wir haben genügend offensive Spieler, die auch auswärts immer einen Treffer erzielen können", sagte der 56 Jahre alte Coach mit Blick auf das Rückspiel am 15. November in Lissabon.

Dabei setzt er natürlich vor allem auf Dzeko, den Goalgetter von Manchester City.

Der Ex-Wolfsburger erzielte in der laufenden Saison in 14 Spielen 13 Treffer für den aktuellen Tabellenführer der Premier League.

Bento warnt

Portugals Nationaltrainer Paulo Bento sieht das demonstrativ zur Schau gestellte Selbstbewusstsein seiner erfahrenen Mannschaft mit Skepsis.

Der 42-Jährige, der im September 2010 das Amt von Carlos Queiroz übernahm, warnt vor der brisanten Aufgabe.

"Ich predige seit langem, dass in den Play-offs alles möglich ist. Jede Mannschaft hat eine 50-Prozent-Chance", sagte er:

"Wir müssen uns auf die hitzige Atmosphäre und die speziellen Platzbedingungen einstellen, das ist schwierig genug."

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