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Luka Modric (r., mit Türkeis Gonul) absolvierte bisher 52 Länderspiele für Kroatien © getty

Die desolate Leistung beim 0:3 gegen Kroatien hat in der Türkei tiefe Spuren hinterlassen. Die Medien sehen den Trainer am Ende.

Istanbul - Das Debakel gegen Kroatien hat die Türkei in ein Tal der Tränen stürzen lassen:

"Auf Wiedersehen Europa", titelte "Sabah" am Samstag, nachdem die Nationalmannschaft beim 0:3 im Play-off-Hinspiel zur EM 2012 in Polen und der Ukraine in Istanbul nahezu alle Chancen auf das Lösen des EURO-Tickets verspielt hatte.

"Nur ein Wunder kann uns die EM-Teilnahme bescheren", ergänzte die Gazette. 481412(DIASHOW: EM-Playoffs)

Einig waren sich die Medien, dass die Ära von Cheftrainer Guus Hiddink zu Ende geht. "Wir sind am Ende, und Hiddink auch", schrieb "Milliyet" und berief sich auf Quellen innerhalb des türkischen Fußballverbandes.

Angeblich soll der erfahrene Coach sogar ohne Abfindung entlassen werden können, wenn er nicht von sich aus zurücktritt.

Fans skandieren "Hiddink raus!"

Die Zuschauer in Istanbul hatten schon während des Spiels lautstark "Hiddink raus" skandiert, die türkischen Spieler konnten nur mühsam die enttäuschten Anhänger beruhigen.

Dem 65-jährigen Niederländer Hiddink bleibt nur das Prinzip Hoffnung im Rückspiel am Dienstag in Zagreb (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1 und im LIVE-TICKER). "Vielleicht gelingt uns ein Houdini-Akt", sagte der renommierte Fußballlehrer.

Ob allerdings ein Entfesselungstrick hilft, nachdem sein Team nach allen Regeln der Kunst von den kroatischen Spielern auseinandergenommen wurde, darf bezweifelt werden.

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"Schlag ins Gesicht"

"Das Spiel gegen Kroatien war ein Schlag ins Gesicht", schrieb das Internetportal "Habertürk". Hiddink wurde von einigen Zeitungskommentatoren sogar vorgeworfen, er habe die Aufgabe in der Türkei auf die leichte Schulter und nicht richtig ernst genommen.

Die Türkei, der deutsche Qualifikations-Gruppen-Gegner, war im Heimspiel von allen guten Geistern verlassen. Symptomatisch die "Schwalbe" von Hamit Altintop, um einen Foulelfmeter zu schinden.

Wie vom Blitz getroffen sank der Real-Madrid-Profi zu Boden, obwohl er nicht einmal von einem Gegenspieler berührt worden war.

"Spiel war nach zwei Minuten entschieden"

"Das Spiel war nach zwei Minuten entschieden", konstatierte Hiddink, "es ist normalerweise vorbei, aber ich werde einige neue Spieler bringen. Wir werden für unsere Ehre spielen."

In Arda Turan, Sabri Sarioglu, Emre Belözoglu und Hakan Balta fehlen den Türken im Rückspiel allerdings gleich vier Stammspieler wegen Sperren.

Olic und Mandzukic Kroatiens Matchwinner

Die Matchwinner für die Kroaten waren in Istanbul die Bundesliga-Profis Ivica Olic (Bayern München/2.) und Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg/32.), die frühzeitig mit dem 2:0-Vorsprung für die Vorentscheidung gesorgt hatten.

Den Kroaten gelang damit die Revanche für das bittere Viertelfinal-Aus bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gegen die Türken, die damals im Elfmeterschießen die Oberhand behielten und in der Vorschlussrunde an Deutschland gescheitert waren.

"Das ist ein fantastisches Resultat, aber wir haben erst Halbzeit und es ist noch nicht vorbei. Wir müssen konzentriert bleiben", meinte der ehemalige Karlsruher Bundesliga-Profi Bilic.

Tschechien so gut wie qualifiziert

Auch die Tschechien steuern nach dem 2:0-Sieg gegen Montenegro Richtung EM-Endrunde.

Auffälligster tschechischer Spieler war der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky. Er bereitete beide Tore durch Vaclav Pilar (63.) und Tomas Sivok (90.+2) vor.

"Ich bin sehr zufrieden. Wir müssen diese Leistung aber am Dienstag wiederholen", sagte der tschechische Auswahlcoach Michal Bilek, dessen Team die nötige Geduld gegen die Montenegriner an den Tag legte.

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