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Für Berti Vogts wäre die Türkei bereits die siebte Trainer-Station © xpb

Vor dem Kroatien-Spiel wird der Ex-Bundestrainer als Türkei-Coach gehandelt. Eine Entscheidung wird für Mittwoch erwartet.

München - Berti Vogts weilt derzeit mit Aserbaidschans Nationalmannschaft in Berlin.

Wenn die Türkei am Dienstag in der EM-Qualifikation (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) so gut wie hoffnungslos ihr Playoff-Rückspiel in Kroatien antritt, steht Vogts mit Aserbaidschan beim Zweitligisten Union Berlin zu einem Testspiel auf dem Platz.

Doch es spricht vieles dafür, dass der 64-Jährige schon bald den Niederländer Guus Hiddink als türkischen Nationaltrainer beerben wird.

Keine Stellungsnahme von Vogts

Noch will sich Vogts, der 1974 als Spieler Weltmeister wurde und Deutschland 1996 als Trainer zum EM-Triumph führte, nicht zu Spekulationen äußern.

Er habe einen Vertrag bis Ende des Jahres, er könne das nicht kommentieren, sagte Vogts. In den vergangenen Monaten waren aber immer wieder Gerüchte über ein Endes seines Engagements aufgekommen.

Zudem steht Vogts in der Türkei hoch im Kurs. Schon im Juni soll er dort im Gespräch gewesen sein.

Sieg mit Aserbaidschan gegen die Türkei

Gehörigen Respekt hatte er sich nicht zuletzt durch ein 1:0 in der EM-Qualifikation gegen die Türkei im Oktober 2010 verschafft.

So gut wie sicher ist, dass Hiddink in der Türkei kläglich gescheitert ist.

"Wir sind am Ende und Hiddink ist es auch", hatte das türkische Blatt "Milliyet" nach dem blamablen 0:3 im Hinspiel gegen Kroatien getitelt und die Stimmung im Land am Bosporus auf den Punkt gebracht.

An ein "Wunder von Zagreb" glaubt dort niemand mehr. Die Qualifikation für die EM im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine scheint ausgeschlossen - und in Hiddink der Schuldige gefunden.(DATENCENTER: EM-Quali)

Fragezeichen hinter Hiddinks Abfindung

Bei der Ablösung des Niederländers, der vor etwas mehr als einem Jahr mit so großen Erwartungen verpflichtet worden war, geht es offenbar nur noch um die Höhe der Abfindung.

Hiddink hat noch einen Vertrag bis 2014. Der 65-Jährige soll ein fürstliches Salär von 380.000 Euro pro Monat beziehen.

Bereits am Mittwoch könnte Hiddinks Nachfolger präsentiert werden. Als ein Kandidat gilt Abdullah Avci vom türkischen Erstligisten Istanbul Büyüksehir Belediyespor.

Doch auch Vogts wird als potenzieller Nachfolger gehandelt.

Schwieriger Neuaufbau steht an

Fakt ist: Der Neuaufbau der türkischen Nationalmannschaft wird kein einfaches Unterfangen.

Seit dem verlorenen EM-Halbfinale 2008 gegen Deutschland gab es reihenweise Enttäuschungen. Die WM 2010 in Südafrika fand ohne die Türkei statt, das Scheitern in der EM-Qualifikation ist kaum noch abzuwenden.

Und das ist noch nicht alles.

Manipulationsskandal im Vereinsfußball

Der türkische Vereinsfußball versinkt zurzeit in einem Manipulationsskandal, der in den nächsten Wochen durch die Staatsanwaltschaft Istanbul weiter aufgedeckt werden soll.

Vogts wird all dies in seine Überlegungen einfließen lassen. Am Montag hatte er sich nach einer Trainingseinheit am Vormittag mit Aserbaidschans Nationalmannschaft ins Hotel Müggelsee im Berliner Stadtteil Köpenick zurückgezogen.

Am Mittwoch könnte es mit der Beschaulichkeit vorbei sein.

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