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Die Türkei muss in Kroatien einen 0:3-Rückstand aufholen © getty

Die Türkei und Estland stehen vor den EM-Playoff-Rückspielen vor dem Aus. Montenegro verspricht den Tschechen "die Hölle".

München - Im August 2010 war Guus Hiddink mit einer Vision am Bosporus angetreten.

Gut 15 Monate später sind nur noch tiefe Resignation und übler Spott übrig geblieben.

Bereits einen Tag vor dem Rückspiel im Play-off um die Teilnahme an der EM 2012 am Dienstag (ab 20.05 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) in Kroatien soll Trainer Hiddink mit dem türkischen Verband über die Höhe seiner Abfindung verhandelt haben. 481412(DIASHOW: Die Hinspiele)

Die Mission des Niederländers ist angesichts der 0:3-Pleite im Hinspiel gegen die Kroaten vorzeitig gescheitert.

Die Demission (fast) beschlossene Sache. Es sei denn, im Hexenkessel von Zagreb würde doch noch ein Wunder passieren.

"Es ist fast unmöglich"

Aber an das glaubt selbst Hiddink nicht mehr. "Es ist fast unmöglich, das noch zu schaffen", meinte der 65-Jährige.

Zudem hat sich im Kreise der Mannschaft längst eine Fraktion "Contra Hiddink" formiert.

Auch Nuri Sahin von Real Madrid stellte sich auf die Seite der Nörgler: "So lange Hiddink da ist, gibt es für mich kein zurück in die Nationalmannschaft", sagte der Ex-Dortmunder.

Die türkische Zeitung "Star" lästerte: "Die Motivation und Moral der Mannschaft ist am Tiefpunkt angekommen. Hiddink, das Ende."

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Kroatien will die Türken nicht unterschätzen

Kroatiens Trainer Slaven Bilic fällte eher unfreiwillig ein vernichtendes Urteil über den Zustand des Hiddink-Teams: "Wir hätten sogar einen noch höheren Sieg verdient gehabt."

Während in der Türkei bereits Abdullah Avci und Berti Vogts als Nachfolgekandidaten für Hiddink gehandelt werden, nehmen die Kroaten die Partie aber nicht auf die leichte Schulter.

"Wir dürfen uns kein bisschen ausruhen, das könnte gefährlich werden", warnt Luka Modric.

"Man darf sich nicht täuschen lassen, es wird ganz sicher kein Freundschaftsspiel", glaubt auch Bilic.

Denn eines steht fest: Zu verlieren haben die Türken und Hiddink in Zagreb nichts mehr.

SPORT1 hat die Fakten zu den Relegationsspielen:

Montenegro - Tschechien (20.15 Uhr im LIVE-TICKER )

Ausgangslage: Tschechien geht nach dem 2:0 in Prag mit einem komfortablen Vorsprung in der Rückspiel.

Montenegro hat sich allerdings noch lange nicht aufgeben und hofft, das Blatt vor den eigenen heißblütigen Fans wenden zu können. Mut macht Montenegro vor allem das Qualifikationsspiel gegen England, als ebenfalls ein 0:2-Rückstand gedreht wurde.

"Damals hatten wir weniger Zeit als jetzt", sagt Verteidiger Stefan Savic.

Personal: Beide Trainer können aus dem Vollen schöpfen, größere personelle Veränderungen sind nicht zu erwarten.

Das sagen die Trainer:

Branko Brnovic (Montenegro): "Die Tschechen erwartet bei uns die Hölle und ein 0:3."

Michal Bilek (Tschechien): "Wenn wir ein Tor erzielen, braucht Montenegro vier. Das wird dann sehr, sehr schwierig. Uns erwartet ein schweres Spiel, vor einem tollen Publikum. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

Irland - Estland (20.45 Uhr im LIVE-TICKER )

Ausgangslage: Mit 4:0 fegten die Iren Estland vom Platz. Das Rückspiel dürfte eigentlich nur noch ein Schaulaufen werden.

"Das Ding sollte durch sein", sagte der irische Doppeltorschütze Robbie Keane - niemand dürfte ihm widersprechen.

Personal: Giovanni Trapattoni wird seine Elf wohl auf drei Positionen verändern.

Kevin Doyle rückt nach abgelaufener Sperre wieder in die Startelf, dafür muss wohl Hinspiel-Torschütze Jonathon Walters weichen.

John O'Shea und Stephen Hunt dürften nach überstandenen Verletzungen ebenfalls wieder von Beginn an auflaufen.

Estland muss ohne die gesperrten Stepanov und Piroja auskommen, auch Torwart Sergej Pareiko ist nach seiner Gelben Karte im Hinspiel nicht spielberechtigt.

Das sagen die Trainer:

Giovanni Trapattoni (Irland): "Die Fans kommen, um zu feiern. Aber wir müssen professionell unseren Job erledigen."

Tarmo Rüüttli (Estland): "Normalerweise ist das eine klare Angelegenheit. Aber wir werden für tausende Zuschauer unser Bestes geben und versuchen, das Spiel zu gewinnen."

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