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Trapattoni (hi) feiert die EM-Qualifikation mit seinem Kapitän Robbie Keane © getty

Der Italiener träumt vom Titelgewinn. Ronaldo glänzt bei Portugals Sieg. Hiddink ist nicht länger türkischer Nationaltrainer.

München - Superstar Cristiano Ronaldo stand im Kampf um die EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina noch auf dem Platz, da schwelgte Giovanni Trapattoni bereits in Titelträumen.

"Wenn wir einhundertprozentiges Engagement zeigen - warum nicht? Das ist kein Traum, man sollte niemals niemals sagen", beantwortete ein euphorisierter "Trap" unermüdlich die entsprechenden Fragen.

Derweil musste sein niederländischer Kollege Guus Hiddink als Chefcoach der Türkei nach dem Scheitern gegen Kroatien die Koffer packen, denn erwartungsgemäß wurde die Trennung beschlossen.

Trap greift zum Pathos

Unter der Regie des 72-jährigen Trapattoni wird Irland nach 24 Jahren Abstinenz wieder an einer EM-Endrunde teilnehmen, perfekt machten die "Boys in green" in Dublin ihren Coup durch ein 1:1 (1:0) gegen Estland. Und will die Fachwelt verblüffen wie einst Otto Rehhagel, der seine Griechen 2004 in Portugal sensationell zum Titel führte.

Die Begeisterung auf der Insel jedenfalls kannte keine Grenzen, immer und immer wieder wurde auf der Anzeigentafel eine virtuelle Katze in den Sack gesteckt, gemäß dem Sprichwort, das der Italiener in den vergangenen Tagen mehrfach zitiert hatte.

Diesmal jedoch griff der Erfolgscoach bei seiner Wortwahl zum ganz großen Pathos: "Ich weiß, dass sich das irische Volk diesen Sieg gewünscht hat und ich bin sehr glücklich, dass wir ihnen diesen Wunsch erfüllen konnten."

Ganz so weit wollte Robbie Keane nicht gehen. "Ich bin aber sicher, dass wir uns dort beweisen können. Eine Mannschaft in Dublin als Kapitän zu einem großen Turnier zu führen, ist vielleicht mein schönster Moment im Nationaltrikot. Dafür spielt man Fußball", sagte der Torjäger.

Ronaldo sichert Portugal die EM-Teilnahme

Während der Liebling der irischen Fans anders als beim 4:0 im Hinspiel gegen die Balten ohne Torerfolg blieb, hatte Superstar Cristiano Ronaldo einen großen Anteil daran, dass die Portugiesen mit einem 6:2-Triumph gegen Bosnien-Herzegowina die letzten Zweifel an der EM-Teilnahme - der fünften Qualifikation hintereinander - bravourös zerstreuen konnten.

"Wir müsssen uns für diese Leistung und diesen Sieg selbst loben", sagte der 26-Jährige mit dem von ihm gewohnten Selbstbewusstsein.

[kaltura id="0_207zfpwe" class="full_size" title="Portugals Sechs-Tore-Gala gegen Bosnien"]

Der Stürmer von Real Madrid leitete den klaren Sieg mit einem sehenswerten Freistoßtor aus 30 Metern Entfernung in der sechsten Minute ein, traf acht Minuten nach Wiederbeginn erneut und egalisierte damit die Marke seines Landsmann Luis Figo von 32 Länderspieltoren.

Und sorgte für ein Aufatmen bei seinem Nationaltrainer Paulo Bento: "Der Druck war nach dem 0:0 im Hinspiel enorm. Ich bin froh, dass es geschafft ist."

Kroatien reicht ein Unentschieden

Wesentlich entspannter sicherte sich die Auswahl Kroatiens mit einem 0:0 gegen die Türkei die Endrundentickets nach Polen und in die Ukraine.

Der solide Grundstein war bereits mit dem 3:0-Hinspielsieg in Istanbul gelegt worden.

Innenverteidiger Josip Simunic lobte anschließend die Leistungskonstanz des Teams. "Es ist bemerkenswert, dass sich ein Land mit nur vier Millionen Einwohnern für vier der letzten fünf Endrunden qualifiziert hat", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi.

Das EM-Aus der Türken besiegelte erwartungsgemäßg das Ende der Ära von Guus Hiddink als Nationaltrainer. Der Niederländer und der türkische Verband gehen nach dem Scheitern gegen Kroatien (0:3 und 0:0) getrennte Wege.

Offiziell wurde dies in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen.

Tschechien behält die Oberhand

Ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben konnte auch die Auswahl Tschechiens. Der 1:0 (0:0)-Sieg beim EM-Neuling Montenegro war gleichbedeutend mit der fünften Endrunden-Qualifikation hintereinander.

Trotz seines Nasenbeinbruchs und der daraus resultiernden Schutzmaske im Gesicht hielt Torhüter Petr Cech mehrfach den knappen Sieg fest und war später erleichtert: "Es war ein schwieriger Weg für uns, aber wir sind froh, dass wir ihn gegangen sind."

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