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Portugals Cristiano Ronaldo spielt seit 2009 bei Real Madrid © getty

Die EM-Gegner der deutschen Mannschaft heißen Portugal, Niederlande und Dänemark. SPORT1 präsentiert die Teams im Kurzportrait.

München - Portugal, Niederlande, Dänemark.

Das DFB-Team erwischte bei der Auslosung der EM-Gruppen gleich die schwerste (Bericht).

Auftaktgegner Portugal kennt die Löw-Elf noch von der vergangenen EM, als man die Selecao 2008 im Viertelfinale mit 3:2 nach Hause schickte. (DATENCENTER: EM-Spielplan)

Die Niederlande schlug man erst zum Abschluss des Jahres 2011 am 15. November in Hamburg mit 3:0.

Gegen Außenseiter Dänemark hat Deutschland dagegen schlechte Erinnerungen, auch wenn es schon lange zurückliegt. 1992 musste man sich den Skanidnaviern im EM-Finale mit 0:2.

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SPORT1 präsentiert die Gegner der DFB-Elf im Kurzportrait:

Portugal

Die drei großen Stars der portugiesischen Fußballgeschichte haben eines gemeinsam.

Eusebio, Benfica-Star und 1966 WM-Dritter, Luis Figo, Rekordnationalspieler und Vize-Europameister 2004, ebenso wie Cristiano Ronaldo, der mehrmalige Weltfußballer in Diensten von Real Madrid.

Fünftes Turnier für "CR7"

Was ihnen allen fehlt? Ein Titel. Immerhin kann Ronaldo noch daran arbeiten. Die EURO 2012 ist für Portugals Kapitän schon das fünfte Turnier.

Bei der EM wird sich der unbestrittene Star Ronaldo auch auf einen weiteren Ausnahmekönner verlassen müssen: Nani von Manchester United. Der Mann von den Kapverdischen Inseln lief zuletzt zu großer Form auf. In der Qualifikation erzielte er in jedem zweiten Spiel ein Tor.

"Die Portugiesen dürfen träumen", versprach jedenfalls schon einmal Trainer Paulo Bento. Der Ex-Bremer Hugo Almeida sagte: "Ich habe viel Vertrauen zur aktuellen Spielergeneration."

Trainer Bento nicht unumstritten

Dass Platz eins in der Qualifikation an Dänemark ging, sorgte in Portugal dennoch für große Unruhe.

Kritiker forderten sogar die Ablösung von Bento und die Verpflichtung von Star-Trainer Jose Mourinho. Aber Mourinhos Arbeitsgeber Real Madrid verbot dem selbsternannten "Auserwählten" die Doppelfunktion.

Niederlande

Zur EM in Polen und der Ukraine reisen die Niederländer als Vize-Weltmeister an und zählen schon alleine deshalb zum Favoritenkreis.

Der Schalker Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar hat den Holländern in der Qualifikation zur EM 2012 den neunten Sieg im neunten Spiel und damit Platz eins in der Gruppe E gesichert. Der Angreifer erzielte in Rotterdam den entscheidenden Treffer zum 1:0 gegen Moldawien und wurde mit zwölf Toren bester Stürmer der Qualifikation.

Schweden-Pleite als "willkommene Warnung"

Souverän marschierte die Elf von Bert van Marwijk durch die Qualifikation und fand erst im letzten Spiel seinen Bezwinger. Schweden kam zu einem 3:2-Sieg.

"Eine willkommene Warnung", fand der "Telegraaf". Fakt: Die Elftal entwickelte sich nach dem WM-Finale von Südafrika 2010 kontinuierlich weiter. Es gab kaum personelle Veränderungen, und mit 37 Treffern hatte die Niederlande die beste Offensive in der Qualifikation. Unter Coach van Marwijk verlor Holland bis zum Ende der Qualifikation nur dreimal in 42 Spielen.

Ruud Gullit jedenfalls hält viel von seinen Nachfolgern, lobte vor allem den torgefährlichen Offensivblock seines Nationalteams. "Da nicht einer, sondern viele Spieler Offensivqualitäten haben, sind nie alle auszuschalten." Wobei in Gullits Augen Wesley Sneijder der wichtigste Spieler des Teams ist und nicht der viel gelobte Arjen Robben, der ihm zu verletzungsanfällig ist.

Sneijder als Hirn und Herz

Der Mittelfeldspieler Sneijder ist Herz und Hirn des holländischen Spiels. Sneijder begann seine Karriere 1991 bei Ajax Amsterdam, über Real Madrid landete er 2009 für 15 Millionen Euro bei Inter Mailand. In der EM-Qualifikation erzielte er drei Tore und lieferte sechs Assists.

Nach Gullits Lobeshymne kam dann allerdings die ernüchternde 0:3-Niederlage im November gegen Deutschland. Dennoch: Europas Rekordtorschütze Huntelaar, van Persie, Sneijder und Co. wollen beim Turnier weitermachen, wo sie in der Qualifikation aufgehört haben.

Dänemark

Morten Olsen weiß, wie sich Siege gegen Deutschland anfühlen. Bei der WM 1986 sortierte er die dänische Abwehr und organisierte die jungen Wilden.

Im dritten Vorrundenspiel besiegten die Skandinavier das DFB-Team mit 2:0. Allerdings war anschließend für "Danish Dymanite" im Achtelfinale gegen Spanien Schluss, Deutschland scheiterte erst im Endspiel an Argentinien.

Es war jener Morten Olsen, der nun die kleine Nation aus dem Norden Europas zur EM-Endrunde 2012 führte und den großen Favoriten Portugal auf den zweiten Gruppenplatz verwies und in die Relegation schickte.

Elf Jahre im Sattel

Seit elf Jahren ist Olsen nun schon dänischer Nationaltrainer.

Im EM-Jahr macht er das Dutzend voll - und er soll noch länger bleiben. Olsen ist ein besonnener Mann, er zeigt nur selten Emotionen. Der 2:1-Erfolg über Portugal, der das EM-Ticket auf direktem Weg sicherte, war so ein Moment, der selbst einen hartgesottenen Profi wie Olsen ganz weich werden ließ.

Geht es nach Generalsekretär Jim Hansen, gibt es zu Olsen keine Alternative. Er sei "der beste Trainer mit dänischem Blut, der für diesen Job infrage kommt." Seit 2000 qualifizierte sich Dänemark auch dank Olsen für vier große Turniere, verpasst wurden nur die WM 2006 und EM 2008.

Neuer Coup nach 20 Jahren?

Die Teilnahme in Polen und der Ukraine ist schon eine Überraschung.

Ob 20 Jahre nach dem spektakulären Titelgewinn mit dem 2:0-Finalsieg über Deutschland ein weiterer Coup gelingt, erwartet keiner.

Aber bei Morten Olsen scheint nichts unmöglich.

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