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Stuart Pearce (l.) steht vor seiner Premiere als englischer Nationaltrainer © getty

Vor dem EM-Test zwischen England und der Niederlande haben beide Teams Probleme. England trainerlos, die "Elftal" ohne Form.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Es ist sicherlich neben der deutschen Partie gegen Frankreich das hochklassigste Testspiel am Mittwoch.

Vize-Weltmeister Niederlande trifft auf die skandalgeschädigte englische Nationalmannschaft (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Doch auch bei der Elftal läuft 100 Tage vor dem EM-Start längst nicht alles nach Plan.

Seit drei Spielen ist der deutsche Gruppengegner ohne Sieg. Vor allem die 0:3-Demontage gegen das DFB-Team sitzt den Holländern noch in den Knochen.

Schon vorher gab es wenig ruhmreiche Auftritte gegen Schweden (2:3) und die Schweiz (0:0).

Huntelaar nimmt Kollegen in die Pflicht

"Wir müssen endlich wieder zeigen, was wir drauf haben", fordert Torjäger Klaas-Jan Huntelaar. Der Stürmer steht vor seinem 75. Länderspiel und freut sich auf die Partie im Londoner Wembley-Stadion:

"Ich spiele dort zum ersten Mal, und es bedeutet mir sehr viel. Als Spieler muss man mindestens einmal auf diesem Rasen spielen."

Huntelaar ist blendend in Form und traf in 35 Pflichtspielen für Schalke in dieser Saison 33 Mal.

Formkrise bei Kreativspielern

Eine Tatsache, die man von seinen Nebenleuten nicht behaupten kann. Spielmacher Wesley Snijder steckt mit Inter Mailand tief in der Krise und auch Arjen Robben wirkt nach der "Ego-Debatte" um seine Person seit Wochen gehemmt.

"Ich weiß, dass beide nicht in Bestform sind, und wenn das der Fall ist, ist man immer ein wenig besorgt", sagt Bondscoach Bert van Marwijk.

Auch Rafael van der Vaart plagt sich immer wieder mit kleineren Verletzungen rum, und musste auch das Länderspiel in seiner Wahlheimat aufgrund einer Knöchelverletzung absagen.

England mit Verletzungssorgen

Der englische Interimstrainer Stuart Pearce kämpft mit ähnlichen Sorgen. Topstürmer Wayne Rooney fällt mit einer Entzündung im Hals aus.

[kaltura id="0_eed3leol" class="full_size" title="Nach R cktritt Capellos erstes Interview"]

Zudem fehlen John Terry (Knieverletzung), Tom Cleverley (Knöchelverletzung), Gareth Barry (Muskelfaserriss) und Darren Bent (Knöchelverletzung). Letzterem droht sogar das EM-Aus.

Die Routiniers Rio Ferdinand und Frank Lampard erhalten eine Pause.

Terry-Affäre wirkt nach

Doch das allesbestimmende Thema ist sowieso nicht die Verletztenmisere der "Three Lions". Vielmehr wirkt noch immer der Rassismus-Skandal um Ex-Kapitän Terry und der damit verbundene Rücktritt von Trainer Fabio Capello nach.

Rund drei Monate vor dem Turnierstart ist noch völlig unklar, wer das Team in Polen und der Ukraine betreuen wird.

Tottenhams Harry Redknapp gilt dabei weiter als Favorit.

Capello wünscht Glück

Capello jedenfalls wünscht Pearce viel Glück für die anstehende Aufgabe. "Ich habe am Montag eine Nachricht von ihm bekommen, in der er mir das Allerbeste wünscht", erzählte der Interimstrainer am Dienstag.

Pearce kann sich durchaus ein langfristiges Engagement als Nationaltrainer vorstellen, bleibt aber gegenüber der Presse diplomatisch.

"Wenn ein neuer Mann zur Tür hereinspaziert kommt, werde ich ihn in jeglicher Form unterstützen."

Trainerfrage offen

Das wird aber wohl noch bis Saisonende dauern.

"Um es klar zu sagen: Wir haben noch nicht mit jemandem von außerhalb über dieses Thema gesprochen, weder mit einem Verein noch mit einer Person", berichtet der Sportdirektor des englischen Teams Adrian Bevington.

"Es gibt keinen Grund, in Hektik zu verfallen, weil wir bis zum Ende der Saison genügend Zeit haben. Wer auch immer die Mannschaft im Sommer übernimmt: Die Spieler haben so große Qualität, dass es reicht, wenn derjenige spät dazu kommt", sagt Trevor Booking, Mitglied der englischen Trainerfindungskommission.

Parker trägt die Binde

Eine Entscheidung ist schon gefallen. Scott Parker wird die "Three Lions" gegen die Niederlande als Kapitän aufs Feld führen. Der frsichgebackene Spieler des Jahres in England erhielt den Vorzug vor dem favorisierten Steven Gerrard.

Dabei bestreitet der 31-Jährige MIttelfeldspieler von den Tottenham Hotspur erst sein elftes Länderspiel.

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