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Riccardo Montolivo (r.) verpasste mit Italien den ersten EM-Titel seit 44 Jahren © imago

Im Interview spricht Italiens Montolivo über seine Enttäuschung, die Gründe für die Final-Niederlage und Spaniens Übermacht.

Aus der Ukraine berichtet Thorsten Mesch

Kiew - Wortlos schlichen die meisten italienischen Spieler nach der 0:4-Niederlage im EM-Finale gegen Italien (Spielbericht) durch die Katakomben des Kiewer Stadions.

Riccardo Montolivo war einer der ersten, die ihre Enttäuschung in Worte fassen konnten.

Zuerst auf Italienisch, dann auf Deutsch beantwortete der Sohn einer Deutschen und eines Italieners die Fragen der Journalisten. (Stimmen zum Spiel)

"Natürlich waren wir auch ein bisschen müde", suchte der 27-Jährige, der in seiner Jugend regelmäßig in den Ferien seine Großeltern an der Ostsee besuchte, nach Erklärungen für die Niederlage.

"Dann hat man kaum Chancen"

"Aber wenn Spanien bei 100 Prozent spielt wie heute, dann hat man wirklich kaum Chancen", erklärte der Mittelfeldspieler auf Nachfrage von SPORT1. (KOMMENTAR: Melodie der Künstler)

Nur drei Tage nachdem sie die deutsche Nationalmannschaft aus dem Turnier geworfen hatte, blieb der Squadra Azzurra der erträumte Triumph verwehrt. (580982DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Im Interview spricht Montolivo, der für Atalanta Bergamo und den AC Florenz spielte und seit dem Finaltag beim AC Mailand unter Vertrag steht, über seine Enttäuschung, die Gründe für die Niederlage und zollt dem Titelverteidiger Respekt.

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Frage: Im Gruppenspiel beim 1:1 gegen Spanien hat Italien die Partie ausgeglichen gestaltet, im Finale waren Sie chancenlos. Wo lag der Unterschied zwischen beiden Spielen?

Riccardo Montolivo: Wir waren natürlich auch ein bisschen müde. Natürlich war Spanien besser, sie haben klasse gespielt. Dennoch finde ich, dass die vier Tore viel zu viel waren.

Frage: Wie fühlt sich so eine hohe Niederlage in einem so großen und wichtigen Spiel an?

Montolivo: Das ist traurig. Aber richtig entschieden war das Spiel erst, als auch noch Thiago Motta verletzt raus musste und wir nur noch zu zehnt waren.

Frage: Was wird von dieser EM am stärksten in Erinnerung bleiben, wenn Sie in ein paar Wochen daran zurückdenken: Dieses bittere Finale oder die starken Auftritte Ihrer Mannschaft auf dem Weg dorthin?

Montolivo: Im Moment sind wir einfach viel zu enttäuscht, um groß nach vorne oder zurückzuschauen. Aber wir haben ein gutes Turnier gespielt. Ich denke, wir als Mannschaft und auch das ganze Land kann damit sehr zufrieden sein. Wir waren eben nur die zweitbeste Mannschaft bei diesem Turnier.

Frage: Italien hat bei der EM eine große Leistung gezeigt. Ist es ein Trost, gegen eine wirklich großartige Mannschaft verloren zu haben?

Montolivo: Wenn Spanien so spielt, wie sie heute gespielt haben, dann kann man sie nicht schlagen. Wir haben gegen die mit Abstand beste Mannschaft verloren, das ist immerhin ein kleiner Trost.

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