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Grigorij Surkis ist Präsident des ukrainischen Fußball-Verbandes © getty

Die Probleme in den Austragungsländern der EM 2012 scheinen sich aufzulösen. Auf die Austragen der EM 2016 hoffen vier Bewerber.

Kopenhagen - Der Entzug der EM-Gastgeberrolle 2012 für Polen und die Ukraine scheint vorerst vom Tisch.

Das Exekutivkomitee der UEFA hat eine positive Entwicklung in den beiden osteuropäischen Staaten wohlwollend zur Kenntnis genommen.

"Die Planungen gehen zielgerichtet und konzentriert vonstatten.

Polen ist ein Stückchen weiter, aber der Stadionbau geht in beiden Ländern seinen Weg", berichtete UEFA-Vize-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder nach der zweitägigen Sitzung im Vorfeld des XXXIII. Ordentlichen Kongresses am Mittwoch in Kopenhagen: "Es redet keiner mehr über eine Stornierung." ad

Polen hat Vorsprung

Lediglich im Infrastruktur-Bereich, vor allem in Bezug auf die Hotels, gebe es noch Nachholbedarf. Dabei erhofft sich die UEFA vor allem in der Ukraine noch stärkere Impulse.

Insgesamt sei, so "MV", der Bericht der zuständigen Kommission allerdings positiv ausgefallen.

Schon bald nächste Inspektion

Franz Beckenbauer, der als UEFA-Vertreter im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA ebenfalls an den UEFA-Exko-Sitzung teilnimmt, berichtete, dass UEFA-Boss Michel Platini noch im Frühjahr eine weitere Inspektionsreise in die EM-Gastgeberländer unternehmen werde.

Zwischenzeitlich hatte es starke Bedenken gegeben, ob Polen und die Ukraine gemeinsam in der Lage sein würden, die Ausrichtung einer EM-Endrunde zu stemmen. Als mögliche Ersatzaustragungsstätten waren auch Berlin und Leipzig im Gespräch.

Einsatz für mehr Chancengleichheit

Das Exko leitete derweil wichtige Schritte hinsichtlich der Klub-Lizenzierung seitens der UEFA parallel zur nationalen Lizenzierung in die Wege.

Das Exekutivkomitee bestätigte die Gründung eines sogenannten Klub-Finanzkontrollgremiums.

Laut UEFA wurde damit der erste Schritt unternommen, um auch in den Klub-Wettbewerben für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Bislang herrscht vor allem in den großen Ligen wie England, Spanien und Italien ein ungesundes Wirtschaften der Klubs vor.

Viele der großen Vereine profitieren von Zuwendungen milliardenschwerer Mäzene oder Investoren.

Mehr Anteile für Klubs

Bereits am Montag hatte die UEFA im Exko beschlossen, den Anteil der Klubs an den Europacup-Einnahmen (Champions League und UEFA-Cup bzw. Europa League) laut Beckenbauer auf 6,5 Prozent zu erhöhen.

Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA erstmals vor dem wichtigsten UEFA-Gremium referiert (Platini greift Milan und Co. an).

Vier Bewerber für EM 2016

Das Exekutivkomitee bestätigte auch nochmals die vier Bewerbungen - vertreten durch fünf Verbände - für die EURO 2016, die erstmals mit 24 Mannschaften ausgetragen wird.

Frankreich, Italien und die Türkei hatten fristgerecht eine alleinige, Norwegen und Schweden eine gemeinsame Bewerbung abgegeben.

Voraussichtlich am 27. Mai 2010 wird das Exekutivkomitee der UEFA eine Entscheidung über den EM-Gastgeber 2016 treffen.

Kampf gegen Wett-Mafia

Diskutiert wurde im Exko auch nochmals das Frühwarnsystem bei Fußballwetten. Der Weltverband FIFA hat bereits entsprechende Aktivitäten gestartet, die für eine verfeinerte und verbesserte Vorgehensweise sorgen soll.

Über ihre Tochtergesellschaft Early Warning System GmbH (EWS) bietet die FIFA ihren Mitgliedsverbänden konkrete Maßnahmen zum Schutz des Fußballs in diesem Bereich an.

"Wenn versucht wird, die Wetten zu beeinflussen, dann geschieht dies vornehmlich von Asien aus. Dabei geht es weniger um Spiele der 1. und 2. Ligen, sondern um untere Klassen", berichtete Mayer-Vorfelder.

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