Der portugiesische Fußball-Verband (FPF) hat seinen Nationaltrainer Carlos Queiroz fristlos entlassen. Das ist das Ergebnis einer Sondersitzung des FPF in Lissabon. Grund ist Queiroz Verwicklung in eine Doping-Affäre. Verbandspräsident Gilberto Medail sagte, die Entscheidung sei "aufgrund der jüngsten Ereignisse getroffen" worden.

Queiroz war vor zehn Tagen von der portugiesischen Anti-Doping-Agentur (ADoP) für sechs Monate gesperrt worden, weshalb der Rausschmiss des 57-jährigen Trainers seit Tagen als sicher galt. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Südafrika soll Portugals Coach während eines Trainingslagers eine Doping-Kontrolle der ADoP behindert und die Kontrolleure wüst beschimpft haben.

Bei den ersten beiden Partien in der EM-Qualifikation (4:4 gegen Zypern, 0:1 in Norwegen) hatte Co-Trainer Agostino Oliveira das Team betreut. Ein Nachfolger von Queiroz steht noch nicht fest, im Gespräch sind die Portugiesen Paulo Bento und Humberto Coelho sowie der Spanier Luis Aragones, der sein Heimatland 2008 zum EM-Titel geführt hatte.

Schon nach dem unbefriedigenden Abschneiden Portugals bei der WM - die Seleccao scheiterte im Achtelfinale an Spanien - war Kritik an Queiroz laut geworden. Laut Medienberichten hätte eine Kündigung des Vertrages den Verband fünf Millionen Euro gekostet, wegen der Sperre sei jetzt die fristlose Entlassung möglich gewesen.

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