Am Rande des EM-Qualifikationsspiels zwischen Estland und Serbien (1:1) ist es in Tallinn zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Hooligans und der Polizei gekommen.

Wie der estnische Polizeichef Einar Lillo der Nachrichtenagentur "Baltic News Service" bestätigte, wurden am Dienstagabend 73 serbische Anhänger infolge der Krawalle inhaftiert. Bei den Inhaftierten soll es sich um eine gemischte Gruppe bestehend aus Serben, Russen und russisch sprechenden Esten handeln.

"Die Polizei hat das provokative Verhalten der serbischen Anhänger gestoppt, um eine weitere Eskalation der Situation zu verhindern", sagte Lillo. Einige Randalierer hätten Feuerwerkskörper und Waffen mit sich geführt.

Dabei hätten bei der Partie eigentlich gar keine serbischen Fans im Stadion sein dürfen. Für die Begegnung in der estnischen Haupstadt Tallinn hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) lediglich eine 70 Mann starke Delegation des serbischen Verbands zugelassen. Laut Polizeichef Lillo seien unter den Inhaftierten allerdings auch Personen mit einer offiziellen Einladung der serbischen Reisegruppe gewesen.

Auslöser für die konsequenten UEFA-Sanktionen waren die zahlreichen Ausschreitungen serbischer Hooligans in der jüngsten Vergangenheit. UEFA-Präsident Michel Platini hatte Serbiens Verband erst im Februar ein Ultimatum gestellt und sogar mit dem Ausschluss aus dem internationalen Fußball gedroht. "Ich muss betonen, dass sich die UEFA zu konkreten Maßnahmen in diesem Kalenderjahr veranlasst sieht, sollte es nicht positive und klare Zeichen geben. Wir fordern eine klare Verbesserung der Lage. Wenn dies nicht geschieht, werden wir nicht zögern und in Aktion treten", sagte Platini.

Im Oktober 2010 musste das EM-Qualifikationsspiel zwischen Italien und Serbien in Genua infolge von heftigen Krawallen bereits nach sechs Minuten abgebrochen werden. Das Skandalspiel war anschließend mit 3:0 für Italien gewertet worden.

Erst im Januar waren 14 Schläger aus dem Fan-Umfeld des Erstligisten Partizan Belgrad im Zusammenhang mit einem Mord an einem französischen Fan zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Franzose Brice Taton war vor dem Europa-League-Spiel des FC Toulouse bei Partizan am 17. September 2009 überfallen und mit Basbeballschlägern verprügelt worden. Er starb zwölf Stunden später im Krankenhaus.

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