Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn hat unterschwellige Kritik an der Aussage seines einstigen Mitspielers Mehmet Scholl geübt.
Dieser hatte im ersten EM-Vorrundenspiel über Angreifer Mario Gomez gesagt, "dass man ihn wenden muss, dass er sich wund liegt".
Kahn in der Münchner "Abendzeitung": "Auf der einen Seite ist das Mehmets Humor, da ist er manchmal sehr speziell. Generell ist eine Art von Humor, der auf Kosten anderer Menschen geht, natürlich immer Geschmackssache. Als TV-Experte ist nun mal jede Kritik an einem Spieler öffentlich. Sachliche und fundierte Kritik muss sein. Der Mensch sollte einem dabei aber immer heilig sein."
Der ehemalige Bayern-Keeper glaube nicht, dass aus öffentlicher Kritik an Spielern eine positive Motivationswirkung resultiere:
"Das mutet doch sehr antiquiert an. Ich denke, es gibt heutzutage viele andere Möglichkeiten, junge Menschen zur Hochleistung zu motivieren."
Ihn habe das früher überhaupt nicht motiviert.
"Im Gegenteil: ich weiß doch, wie es ist", sagte Kahn, "du sitzt zwischen den Spielen drei Tage auf dem Hotelzimmer, wirst ständig mit einem bestimmten Thema konfrontiert und musst dich damit auseinandersetzen - ob du willst oder nicht. Im Fernsehen, über Mail, SMS, Anrufe, und und und - das kostet Dich unheimlich viel Substanz und Kraft, die du eigentlich woanders brauchst."
