Trap hat noch lange nicht fertig: Giovanni Trapattoni denkt auch nach dem Verpassen des EM-Viertelfinals nicht an einen Rücktritt als irischer Nationaltrainer.
"Ich habe die Leidenschaft zu bleiben", sagte der 73-Jährige einen Tag nach dem bitteren 0:4 gegen Titelverteidiger Spanien und legte sein persönliches Schicksal in die Hände der Fans: "Die Leute können entscheiden, und die haben nach der Niederlage applaudiert. Wir müssen stolz sein auf diese Leute, das Land und die Fans."
Trapattonis Vertrag war erst vor dem Turnier um zwei weitere Jahre bis 2014 verlängert worden. Als der Italiener auf der Pressekonferenz am Freitag aber immer wieder auf eigene Fehler und seine Zukunft angesprochen wurde, platzte Trap der Kragen. Betont deutlich und auf seiner Muttersprache Italienisch fragte er die Journalisten: "Wie viel Spaß hattet Ihr, als wir uns nach 24 Jahren erstmals wieder für die EM qualifiziert hatten? Ich bin stolz auf dieses Team und diese Spieler."
Deswegen wird Trapattoni im letzten Gruppenspiel am Montag gegen sein Heimatland Italien auf eine Personalrotation verzichten, die den Generationswechsel einleiten könnte. "Wir werden mit dem Team spielen, das sich für die EM qualifiziert hat. Das hat es sich verdient", sagte Trapattoni, der zudem Gerüchte über eine mögliche Wettbewerbsverzerrung zugunsten "seiner" Italiener vermeiden will: "Ich kann nicht gegen Italien die Zukunft beginnen, denn sonst sieht es so aus, als ob ich meiner Heimat helfen würde."
Italien braucht gegen Irland unbedingt einen Sieg, um vielleicht doch noch das Viertelfinale zu erreichen.
