Ganz Spanien stand kopf: Kaum war der Abpfiff des EM-Endspiels zwischen dem alten und neuen Europameister Spanien und Italien (4:0) erklungen, stürmten im ganzen Land Hunderttausende auf die Straßen und Plätze.

Ohrenbetäubende Hupkonzerte, Autokorsos und überschwänglicher Jubel kennzeichneten die Szenerie. Ganz Spanien glich einem Meer aus Rot und Gelb, den Nationalfarben.

Dagegen herrschte auf dem Apennin grenzenlose Enttäuschung, die Tifosi mussten die haushohe Überlegenheit der Furia Roja neidlos anerkennen. Die EM-Partys waren schnell beendet.

Ganz anders in Spanien. Angesichts einer Arbeitslosigkeit von rund 25 Prozent und der jüngsten Finanzspritze für die angeschlagenen Banken in Höhe von rund 100 Milliarden Euro genoss das Königreich die Stunde des Triumphes seiner Fußball-Helden um Andres Iniesta, Iker Casillas und Xavi.

Am späten Montagnachmittag werden wieder Hunderttausende zum Empfang der spanischen EM-Stars in der Hauptstadt Madrid erwartet.

Schon am Sonntagabend war fast ganz Madrid auf den Beinen. Beim Public Viewing am Estadio Santiago Bernabeu herrschte angesichts des klaren Sieges frenetischer Jubel, am zentralen Puerta-del-Sol-Platz sprangen Dutzende Übermütige in den Brunnen. Bis in die frühen Morgenstunden wurde ausgelassen gefeiert. Immer wieder ertönte der Ruf "Campeones".