Am Ende hatte doch noch eine Deutsche die Hände am EM-Pokal: Als die spanischen Europameister um kurz nach halb drei in der Nacht am Teamhotel Opera vorfuhren, trug Silvia Dorschnerova Weis den Cup.

Die Mönchengladbacherin ist "Mädchen für alles" in der Seleccion und für die Spieler "wie eine Mutter", wie die Zeitung "El Pais" schrieb.

Und so war es kaum überraschend, dass die "Kinder" den Pokal nach dem 4:0 (2:0) gegen Italien in dieser magischen Nacht in Kiew "Mama Silvia" anvertrauten.

"Wenn es sie nicht geben würde, müssten wir sie erfinden", sagte Fernando Hierro, ehemaliger Nationalspieler und aktuell Sportdirektor, über die Deutsche, die seit 1982 für den spanischen Verband arbeitet.

Dorschnerova Weis hat einen tschechischen Vater und eine deutsche Mutter, sie spricht Deutsch, Spanisch, Englisch, Französisch und Tschechisch.

Über ihr Alter gibt sie keine Auskunft, wie sie überhaupt ungern über sich spricht. "Ich bin niemand, habe nichts zu sagen", sagt sie, wenn sie von Journalisten angesprochen wird.

Dafür reden andere über die Frau, die bei den Spielen der Spanier auf der Bank sitzt und gerne mal die Zettelwirtschaft von Trainer Vicente del Bosque ordnet.

Wie Hierro, oder wie Jose Manuel Ochotorena, der Torwarttrainer der Auswahl. "Sie ist sehr liebevoll - und sehr deutsch: die reine Ordnung", sagte der einmal. Und sie ist der einzige deutsche "Europawelteuropameister".