UEFA-Präsident Michel Platini sieht große Chancen für sein revolutionäres Vorhaben, die Endrunde der EM 2020 in 13 über den gesamten Kontinent verteilten Spielstätten auszutragen.

"Mein Gefühl sagt mir, dass es eine große Mehrheit für diesen Plan gibt. Aber wir können noch nicht in die Details gehen, ehe das Exko entschieden hat", sagte Platini der "Bild"-Zeitung.

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union tritt am 6. Dezember zusammen. "Stimmt die Mehrheit zu, kann es schnell eine Entscheidung geben. Mit DFB-Boss Wolfgang Niersbach und weiteren Präsidenten habe ich schon über diese schöne Idee gesprochen", sagte Platini.

Niersbach hatte am Dienstag gesagt: "Wir haben die Angelegenheit im Präsidium besprochen und stehen ihr offen gegenüber, wobei der Gedanke, EURO-Spiele in Deutschland auszutragen, reizvoll ist."

Derweil lehnt Platini die Wiedereinführung von Stehplatz-Bereichen in europäischen Wettbewerben kategorisch ab: "Ich werde als UEFA-Präsident nie mehr Stehplätze in den Stadien akzeptieren. Dafür habe ich im Fußball zu viele Stadion-Katastrophen erlebt. Wir haben dafür gekämpft, dass die Zäune hinter den Toren wegkommen. Aber Stehplätze wird es unter meiner Führung nicht mehr geben."

Platini hatte im Endspiel des Landesmeister-Pokals 1985 in Brüssel, das als Heysel-Katastrophe mit 39 Toten in die Geschichte einging, das 1:0-Siegtor für Juventus Turin gegen den FC Liverpool erzielt.

Der UEFA-Präsident schloss zudem auch die Einführung der Torlinien-Technologie erneut aus: "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben. Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich am Mittwoch gegen die Pläne von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gestellt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel