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Klaus Allofs schoss in seiner aktiven Zeit 17 Tore für die Nationalelf © getty

Werders Geschäftsführer spricht im Sport1.de-Interview über das neuformierte Team, Bremer Ansprüche und Marko Marin.

Von Mathias Frohnapfel

München - Im Moment erledigt Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs seine Aufgaben quasi wie im Zeitraffer.

Am Dienstag haben die Bremer Claudio Pizarro verpflichtet, am Mittwoch Sturmkollegen Boubacar Sanogo an St. Etienne abgegeben.

Und bis zum Ende der Transferperiode könnte sich sogar noch mehr tun bei den Grün-Weißen.

Im Sport1.de-Interview spricht Allofs über das neuformierte Werder-Team und das Anspruchsdenken in Bremen. Vom Edeltechniker Marko Marin verlangt er, sich "in unser System" einzufinden.

Sport1.de: Mittelfeldspieler Tim Borowski hat vor kurzem gesagt, in der Bundesliga wäre ein Platz unter den ersten Fünf sehr schön. Welches Saisonziel setzen Sie - auch nach dem Einkauf von Claudio Pizarro?

Allofs: Tim hat das sehr vorsichtig formuliert. Wir werden unser Saisonziel endgültig benennen, wenn wir den Start hinter uns gebracht haben und spätestens am 31. August wissen, wie unsere Mannschaft genau aussieht. Wir haben jetzt Claudio Pizarro bekommen und wollen auf jeden Fall wieder in den internationalen Wettbewerb, am liebsten natürlich in die Champions League.

Sport1.de: Ist nach fünf Jahren in der Champions League nicht das Anspruchsdenken sehr hoch in Bremen, was den Druck noch einmal erhöht?

Allofs: Das ist überall so. Wenn man sehr erfolgreiche Jahre hat, dann wird das erwartet. Wo sagt einer freiwillig: "Wir gehen einen Schritt zurück, wir schrauben unsere Erwartungen zurück?"

Sport1.de: Was ist die Konsequenz daraus?

Allofs: Ich sage, wir wollen nur realistische Ziele ausgeben. Das Schlimmste für eine Mannschaft ist, die Messlatte zu hoch zu legen. Deshalb versuchen wir auch mit unseren Fans ganz offen umzugehen und zu sagen, was möglich ist.

Sport1.de: Im Team gab es einige Umstellungen, unter anderem spielen nun Torsten Frings und Tim Borowski gemeinsam auf der Sechserposition. Ist das eine tragfähige Lösung für die Saison?

Allofs: Das kann man nach zwei Spieltagen nicht beurteilen. Insbesondere, weil einige Spieler wegen Verletzung, oder weil sie erst später ins Training einsteigen konnten, noch nicht in der optimalen körperlichen Verfassung sind. In der Innenverteidigung mussten wir zudem wechseln. Wir haben ja auch mit einer hängenden Spitze gegen Bayern gespielt. Das hat diesmal von der Aufteilung her sehr gut funktioniert. Der Feinschliff muss aber noch gemacht werden.

Sport1.de: Offensiv sollen Mesut Özil und Marko Marin wirbeln. Bei Marin sagen allerdings einige, er würde zu wenig nach hinten arbeiten. Ist es für ihn schwer, die richtige Balance zu halten?

Allofs: Ich weiß nicht, ob er wirklich so sehr in der Kritik steht. Von unserer Seite jedenfalls nicht. Wir wissen, was er kann und auf welchem Stand er ist. Wir erwarten keine Wunderdinge.

Sport1.de: Sondern?

Allofs: Marko muss an Robustheit hinzugewinnen. Natürlich ist das ein Sprung von Mönchengladbach zu Werder. Er hat seine Fähigkeiten nach vorn, aber er wird sich in unser System einfinden müssen. Das wird er lernen.

Sport1.de: Auch vom Angreifer Marcelo Moreno erwartet man viel. Auf welchem Stand sehen Sie ihn?

Allofs: Wir haben ihn für ein Jahr ausgeliehen, wir hatten ihn ja schon vorletztes Jahr auf unserer Wunschliste. Wir wissen, dass er ein Jahr bei Donezk nicht gespielt hat. Das merkt man ihm an. Er hat im Trainingslager sehr viel arbeiten müssen, hat sich dann noch verletzt. Deshalb hängt er noch etwas hinterher. Ich glaube aber, dass er im Verlauf der Saison für uns noch wichtig wird.

Sport1.de: Im Moment gibt es bei Werder sehr viele junge Spieler und einige ältere, erfahrene Profis. Besteht die Gefahr von Spannungen?

Allofs: Nein, eine Kluft gibt es absolut nicht. Wir haben sehr viele junge Elemente, aber durch Tim Borowski auch ein weiteres erfahrenes Element hinzubekommen. Ich denke, wir haben eine sehr gute Altersstruktur.

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